ABDA lenkt ein

Schmidt: Wir müssen Kröten schlucken Lothar Klein, 15.10.2018 10:13 Uhr

Berlin - Zum Abschluss des Deutschen Apothekertages (DAT) in München hatte ABDA-Präsident Friedemann Schmidt die Apotheker bereits auf „tiefgreifende Veränderungen“ eingestimmt. Jetzt legt er in der Pharmazeutischen Zeitung nach: Spahn wolle kein Rx-Versandverbot und am Ende müssten die Apotheker „Kröten schlucken“, sagte Schmidt. Mit dieser „Salamitaktik“ verabschiedet sich die ABDA immer weiter von der Forderung nach einem Rx-Versandverbot.

Auf die Frage nach der Haltung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) zum Rx-Versandverbot antwortete Schmidt deutlicher als auf dem DAT: „Ja, das will er eigentlich nicht. Auch das muss man leider festhalten.“ Zwar habe sich die ABDA vom Rx-Versandhandelsverbot noch nicht verabschiedet. Er habe Spahn so verstanden, dass er bereit sei, mit einem Gesetzentwurf ins Kabinett zu gehen. Aber dann fingen „die Unwägbarkeiten eben auch schon an“. Daher spreche alles dafür, sich auch Alternativvorschläge anzusehen. „Klar ist, dass es anstelle des Rx-Versandhandelsverbots nur ein komplett geschnürtes Paket für das Gesetzgebungsverfahren sein kann“, so Schmidt.

Laut Schmidt hat Spahn kein fertiges Gesetz oder Maßnahmenkonzept. Dafür sei er dankbar: „Denn ich bin bei der Erstellung lieber dabei.“ In den nächsten Wochen wolle man sich zunächst auf die Ideen konzentrieren, „bei denen wir Konsens haben“. Schmidt weiter: „Klar ist aber auch, dass Spahn nicht alle unsere Wünsche wahrmachen wird und am Schluss auch Kröten zu schlucken sind. Ob wir bereit sind, dies zu tun, müssen wir dann genau prüfen.“

In den nächsten sechs Wochen solle ein Ergebnis aus den Verhandlungen mit dem Bundesgesundheitsministerium erarbeitet werden, das der ABDA-Mitgliederversammlung Anfang Dezember präsentiert werde. Die Mitgliederversammlung solle eine hinreichende Diskussionsgrundlage für eine sachgerechte Entscheidung haben. „Wenn sie dann sagt, wir machen das, dann muss im nächsten Schritt das Gesetzgebungsverfahren eingeleitet werden“, so der ABDA-Präsident.

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