APOSCOPE-Umfrage

Apotheker rechnen mit Spahn und ABDA ab Alexander Müller, 12.10.2018 10:33 Uhr

München - Seit dem Auftritt von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) auf dem Deutschen Apothekertag herrscht unter den Delegierten mehr Unruhe als sonst. Doch wie bewerten die Kollegen in der Apotheke den Auftritt des Ministers? Und wie sollte sich die ABDA nun verhalten? In einer Blitzumfrage unter knapp 200 Apothekern wird deutlich, wie groß die Unzufriedenheit an der Basis ist. Was neue Vergütungsformen angeht, sind die Apotheker aber vorsichtig positiv gestimmt.

Die Mehrheit der Teilnehmer der APOSCOPE-Umfrage hat Spahn mit seinem Auftritt nicht überzeugt. Nur eine Minderheit von 16 Prozent empfindet dies als „faires Angebot“, auf dessen Grundlage man jetzt diskutieren könne. Fast die Hälfte (47 Prozent) fragt sich dagegen: „Welches Angebot?! Das ist eine Luftnummer!“ Und jeder Vierte hätte sich konkret erhofft, dass Spahn eine Zusage für das Rx-Versandverbot mit zum DAT bringt. Unter den Inhabern in der Gruppe der Befragten ist die Stimmung noch kritischer, 56 Prozent fragen sich „Welches Angebot?!“

Mit den Ergebnissen der politischen Arbeit ihrer Standesvertretung ist fast keiner der Teilnehmer zufrieden. 62 Prozent finden, dass die Apotheker politisch eher schlecht dastehen und seit Jahren auf der Stelle treten. Weitere 33 Prozent (48 Prozent der Inhaber) empfinden die Lage gar als „katastrophal, mit dem Rücken an der Wand“. Zusammen sind das 95 Prozent – das Ergebnis sollte der ABDA Sorgen machen. Dagegen finden nur 4,2 Prozent, man stehe noch ganz gut da, alles sei schließlich noch offen und eine absolute Minderheit von 1,1 Prozent und kein einziger Inhaber empfindet die Lage als „ausgezeichnet“, da man aktiv mitgestalten könne.

Nach Spahns DAT-Auftritt sollte auch dem Letzten klargeworden sein, dass es ein Rx-Versandverbot nicht geben wird. Selbst die ABDA-Vorderen geben das hinter vorgehaltener Hand zu. Und die Mehrheit der Teilnehmer schätzt die Lage auch genauso ein: 80 Prozent glauben nicht mehr, dass ein Rx-Versandverbot noch kommt, nur 5 Prozent halten daran fest, der Rest ist unentschlossen. Volle 95 Prozent sind der Auffassung, dass Spahn das Rx-Versandverbot nie wollte.

War es dann richtig, dass die ABDA fast zwei Jahre einzig und allein auf das Rx-Versandverbot gesetzt und sich geweigert hat, mit der Politik über Alternativen zu sprechen? Die Apotheker sind unentschlossen: 54 Prozent Zustimmung stehen 46 Prozent Ablehnung gegenüber, bei den Inhabern ist das Verhältnis dagegen mit 44:56 umgekehrt.

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