Deutscher Apothekertag

Spahn: Apotheker, lasst uns reden – jetzt! Patrick Hollstein, 10.10.2018 15:41 Uhr

München - Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will mit den Apothekern ab sofort über eine umfassende Reform von Vorschriften und Aufgaben sprechen. Er setzt der ABDA die Pistole auf die Brust: Die Gespräche dürften nicht „im Nirwana“ enden. In einem halben Jahr will er Ergebnisse liefern.

Beim Deutschen Apothekertag in München sagte Spahn, er sei nicht gekommen, um den Apothekern ein fertiges Konzept hinzustellen. „Dann bräuchten wir ja nicht mehr zu diskutieren.“ Seine ersten knapp sieben Monate als Gesundheitsminister seien geprägt gewesen von den Themen Pflege und ambulante ärztliche Versorgung. Das soll sich nun ändern, so die klare Ansage: „Ich kann Ihnen versprechen: Das nächste halbe Jahr wird sehr stark geprägt sein von Fragen zur Arzneimittelversorgung.“

Zunächst stellte Spahn klar: „Es wird keinen Fremd- und Mehrbesitz geben, solange ich Gesundheitsminister bin.“ Er sehe den Wert von inhabergeführten Betrieben, auch im gesamtgesellschaftlichen Zusammenhang: „Es geht nicht nur um Apotheken, alles hängt mit allem zusammen. Es geht grundsätzlich um flächendeckende Versorgung.“

Spahn: „Das rote Apotheken-A ist ein Stück Heimat, das gilt nicht nur für das Land, sondern auch für Stadtteile.“ Noch sei die flächendeckende Versorgung gut, man müsse sichern, was heute noch gut sei. „ich möchte die Apotheke vor Ort stark machen, oder sogar noch stärker.“

Heute seien die Wettbewerbsbedingungen nicht fair, es bleibe daher dabei: „Wir wollen uns das im Koalitionsvertrag versprochene Rx-Versandverbot genau anschauen.“ Das Raunen, das sofort durch die Menge ging, griff Spahn direkt auf: „Da können Sie stöhnen, aber wir müssen europarechtliche Themen in den Blick nehmen.“

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