Wieczorek: ABDA sollte auf 2hm-Gutachten reagieren

, Uhr
München -

Der Bundesverband der Arzneimittelhersteller (BAH) sieht den Apothekenmarkt aufgrund der rasanten Digitalisierung vor großen Herausforderungen. Angesichts der bedrohlichen Situation brauche man „dringend“ Ideen, Vorschläge und Positionen von allen Beteiligten, forderte Vorstandschef Jörg Wieczorek. Von der ABDA wünscht sich der BAH unter anderem „Gegenvorschläge“ zum 2hm-Honorargutachten.

„Ich glaube, wir sind uns alle darüber einig, dass wir gemeinsam vor riesigen Herausforderungen stehen. Deutschland befindet sich im Angesicht großer gesellschaftlicher Umbrüche wie der Digitalisierung, der Urbanisierung zu Lasten ländlicher Regionen und einer sich dramatisch verändernden Demografie mitten im Wandel. Und dieser Wandel wird nicht spurlos am Apothekenmarkt vorübergehen“, so Wieczorek anlässlich der Eröffnung der Expopharm. Wenn die wichtigen Zukunftsfragen nicht von der Branche selbst beantwortet würden, „dann werden sie auf kurz oder lang für uns beantwortet“. Wieczorek: „Die Weichen werden schon heute gestellt.“

Als Beispiel verwies Wieczorek auf das 2hm-Gutachten. Dieses habe im letzten Jahr „einigermaßen unvermittelt Vorschläge für den Apothekenmarkt formuliert“. Die ABDA habe dem Gutachten zu Recht nur wenig Beachtung geschenkt, denn es sei kaum geeignet, darüber als Basis zu reden. Doch leider nähmen die Auftraggeber des Gutachtens dieses ernst und „jetzt braucht es Gegenvorschläge, um nachher nicht vor vollendeten Tatsachen zu stehen“, forderte der BAH-Chef die ABDA zu einer Reaktion auf.

Auch beim Rx-Versandhandel bestehe dringender Handlungsbedarf: Trotz der Beteuerungen von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU), die Apotheke „als einen Teil von Heimat“ zu sehen, würden dem ausländischen Versandhandel nach wie vor wettbewerbsverzerrende Bedingungen eingeräumt, die zu Lasten der deutschen Vor-Ort-Apotheken gingen. Das Problem werde sich noch erheblich verschärfen, wenn Versandhandelsriesen wie Amazon erst richtig in den Markt einstiegen. „Wir können es uns nicht erlauben, nur untätig zuzuschauen“, so der BAH-Vorsitzende: „Ich fordere Herrn Gesundheitsminister Spahn daher auf, endlich den entsprechenden Punkt im Koalitionsvertrag umzusetzen und sich des Rx-Versandhandelsverbots ernsthaft anzunehmen.“

Newsletter
Das Wichtigste des Tages direkt in Ihr Postfach. Kostenlos!

Hinweis zum Newsletter & Datenschutz

APOTHEKE ADHOC Debatte

Mehr zum Thema
Großhändler verliert Geschäftsführer
Zimmermann verlässt AEP »
Weiteres
Immunsystem noch nicht vorbereitet
Omikron: Mehr Hospitalisierungen bei Säuglingen»
Covid-Impfung künftig in Erkältungssaison
EMA: Dauer-Boostern nicht sinnvoll»
Tipps für einen gelungenen Impfstart
Impfarzt: Apotheker:innen sollten erst Routine lernen»
„Es ist schwierig, das Abwerben hinterher zu belegen“
Apotheker enttäuscht: Drei Angestellte abgeworben»
Suspension und Kapseln
Sildenafil in der Pädiatrie»
„Der Betriebsablauf darf nicht gestört werden“
Angestellte abwerben: Das ist nicht erlaubt»
Report Mainz über Impfpassfälschungen
Apotheken im Fadenkreuz von Impfgegnern»
Dosierung, bedenkliche Stoffe, Preis
Retaxgefahr Rezeptur»
Rechtliche und pharmazeutische Aspekte
Grauzone: Abgabe von mehreren OTC-Packungen»