Deutscher Apothekertag

Schmidt: Brauchen keine ökonomische Klugscheißerei Lothar Klein, 10.10.2018 15:10 Uhr

München - Zum Auftakt des Deutschen Apothekertages (DAT) hat ABDA-Präsident Friedemann Schmidt die Politik aufgefordert, angesichts der fortschreitenden Globalisierung des Gesundheitswesens für grenzübergreifende einheitliche Rahmenbedingungen zu sorgen: Vertrauen, Ordnung und Recht müssten wieder hergestellt werden. Schmidt forderte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn auf, die Heimat für Apotheken in Deutschland zu sichern und statt „ökonomischer Klugscheißerei“ verlässliche Rahmenbedingungen zu schaffen.

Apotheken, Großhandels- und Versandunternehmen, die sich an der Arzneimittelversorgung in Deutschland beteiligen wollten, müssten sich den gleichen Sicherheits- und Qualitätsanforderungen unterwerfen. Es gebe zwar grenzüberschreitende Arzneimittelversorgung, aber eine grenzüberschreitende Apothekenaufsicht gibt es nicht.

„Recht, das nicht überwacht und durchgesetzt wird, ist kein Rech“, sagte Schmidt. Recht, das nur selektiv durchgesetzt werde, werde als Unrecht empfunden. Dieses Gefühl sei stark in der Gesellschaft verbreitet auch unter den Apothekern, „stärker als ich es jemals erlebt habe“. „Mit jedem Tag, der vergeht, verlieren wir Kraft, Kapital und Vertrauen in die Handlungsfähigkeit der Politik.

Apotheker hätten keine Angst vor Veränderung, „ein Berufsstand, den es seit 1000 Jahren gibt, lässt die Aussicht auf Veränderung natürlich nicht erschrecken. Was wir aber brauchen, ist die Gewissheit, dass die Veränderung nicht zum Totalverlust wird, so der ABDA-Präsident. Junge Apotheker entscheiden sich auch deshalb gegen die Freiberuflichkeit, weil sie nicht sicher seien, dass eine hinreichende politische und gesellschaftliche Unterstützung für kleine inhabergeführte Unternehmen gibt und in Zukunft geben werde. Es fehle das Grundvertrauen, dass die Politik notfalls auch gegen angeblich alternativlose Entwicklungen einer „wildgewordenen Ökonomie“ widersetze.

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