DAT-Antrag: „Sterbehilfe“ für Apotheker

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Berlin - Zwei Monate sind es noch bis zum Deutschen Apothekertag 2019. In der Stadthalle der Messe Düsseldorf werden dann wieder die Zukunftsfragen der Branche diskutiert. Klare Vorstellungen bringt Apotheker Lorenz Weiler mit. Der Inhaber der WeilerVital-Apotheke im niedersächsischen Hemmingen beantragt mehrere Beschlüsse der Mitgliederversammlung, die die Politik zum Handeln auffordern sollen.

Vier Kernpunkte möchte Weiler zur Abstimmung stellen. So solle die Politik eine offizielle Zielgröße der verbleibenden Apothekenzahl in Deutschland benennen. Außerdem fordert der Apotheker eine gesetzliche Grundlage, mit der die Folgen des „Aushungerungsprozesses“ für Einzelhandelskaufleute abgefedert werden.

Im dritten Punkt spricht sich Weiler dafür aus, dass Inhaber langjährige Mietverträge außerordentlich kündigen dürfen. Die Interessenabwägung zwischen Mieter, Vermieter und Gemeinwohl müsse immer zu Ungunsten des Vermieters ausfallen, da dieser in der Regel seine Einheit schnell branchenübergreifend neu vermieten könne. In der letzten Forderung schlägt der Apotheker ein Budget für Apothekenschließungsprämien aus Krankenversicherungs- oder Steuergeldern vor – quasi eine Art „Sterbehilfe“.

Weiler sieht die Forderungen als notwendig an, um künftig den Schaden bei unverschuldeten Privatinsolvenzen zu minimieren. Es müsse Schluss sein mit dem Achselzucken der Politiker, während eine gesamte Branche aushungert, der zuvor das gesamte unternehmerische Risiko aufgebürdet wurde. Auch in der Öffentlichkeit soll ein Sinneswandel erreicht und mit der Mär vom reichen Apotheker aufgeräumt werden, so Weiler weiter.

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