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Verzicht: Apotheker streiten über Plan B Lothar Klein, 11.10.2018 13:02 Uhr

München - Zum Auftakt des Deutschen Apothekertages (DAT) hatte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) den Apothekern seine Vorstellungen für einen Plan B als Alternative zum Rx-Versandverbot skizziert. Im Zuge der Antragsberatung stritten die Delegierten 24 Stunden später über die Entwicklung eines eigenen Alternativkonzeptes. Dies und ein Ad-Hoc-Antrag der Kammer Hamburg zur Einsetzung einer Expertenkommission wurde abgelehnt. Einstimmig angenommen wurde hingegen der ABDA-Leitantrag zur Umsetzung des Rx-Versandverbotes.

ABDA-Präsident Friedemann Schmidt begründete den Antrag damit, dass das Rx-Versandhandelsverbot nach wie vor das einzig geeignete Mittel zur Umsetzung der Forderung nach Erhalt der Gleichpreisigkeit bleibe. Seit dem Spahn Auftritt gebe es allerdings die Option mit dem Bundesgesundheitsministerium über Alternativen zu diskutieren. Es gehe um ein „komplexes Paket zum Ersatz des Verbotes“. Die Annahme des Antrags sei wichtig als „Fixierung“ des Ausgangspunktes für diese Gespräche. Zugleich betonte Schmidt, dass die Zustimmung zum Leitantrag aber nicht ausschließe, „dass wir über die vom Minister zugegebenermaßen nur sehr schwammig vorgestellten Regelungen reden müssen“.

Saarlands Kammerpräsident Manfred Saar kritisierte Schmidt für seine Aussagen: „Ich bin entsetzt, über das, was Sie gesagt haben.“ Seit zwei Jahren fordere die ABDA Kammern und Verbände auf, für das Rx-Versandverbot zu trommeln. Nach einem geheimen Votum des nicht beschlussfähigen ABDA-Gesamtvorstandes vom vergangenen Donnerstag könne er nicht nachvollziehen, dass die ABDA jetzt über Alternativen reden wolle. Die ABDA habe zwei Jahre lang kategorisch behauptet, „es gibt keine Alternativen“ und jetzt fordere sie die Mitgliedsorganisationen auf, sich hinter Spahns Plan B zu stellen: „Nicht mit mir“, so Saar, dessen Kammer schon bei Spahns Rede eine Protestaktion gestartet hatte.

Auch Apotheker Kaufmann aus Bayern warnte vor dem Aufweichen der bisherigen Position. Bis jetzt hätten die inländischen Versender stillgehalten. Wenn jetzt aber der Verzicht auf das Rx-Versandverbot klar sei, „geht es richtig los“. Dann würden inländische Versender wegen Boni-Diskriminierung klagen.

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