ApoRetrO – der satirische Wochenrückblick

Hier verrät sich Jens Spahn

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Berlin -

Es ist in den vergangenen Tagen viel darüber diskutiert worden, WAS Jens Spahn auf dem Apothekertag GESAGT und WIE er es GEMEINT hat. Doch manchmal ist es viel effektiver, auf das ungesprochene Wort zu lauschen und die kaum zu versteckenden Signale der Körpersprache zu lesen. Ein Augenaufschlag, ein Zucken um den Mundwinkel sagen oft mehr als hundert Worte. Hier die Analyse, wo sich der Gesundheitsminister verraten hat.

Bild oben links (A) in der Collage zeigt Spahn gegen Ende der Eröffnungsrede von ABDA-Präsident Friedemann Schmidt. Die Körpersprache-Experten und selbst erklärten Samy-Molcho-Jünger aus unserer Redaktion haben hinter die Fassade geblickt und Spahns Gedanken gelesen:

„Was für eine tolle Ansprache. Reden kann der Mann, das muss man ihm lassen. Mal Tacheles, wie man bei uns sacht – ach ich sollte echt bald mal wieder ins Münsterland –, und dann geradezu philosophisch, höchst hörenswert. Was hat er eben gesagt? ‚Recht, das nur selektiv durchgesetzt wird, wird als Unrecht empfunden.‘ Ach, wer so seine Worte zu setzen wüsste… Aber wollte er das nicht kurz machen, damit wir nachher länger diskutieren können? Und er hat noch gar nichts davon gesagt, dass wir das mit diesem, Dingens, Versandverbot nicht machen. Das war abgemacht! Der denkt wohl, ich überbringe hier die schlechten Neuigkeiten. Wenn ich das gewusst hätte, wär‘ ich nie gekommen. Das ist nicht meine Art, Politik zu machen. Dann sag ich eben auch nichts. Bätschi.“

Auf dem Bild oben rechts (B) ist die Debatte schon in vollem Gange. Gerade wurde Spahn erneut aufgefordert, doch nun mal endlich konkret zu werden, ob er ein Rx-Versandverbot riskiert oder nur den Koalitionsvertrag umsetzt und sich anguckt, ob er es riskieren will. Der Minister hat durch die Blume, ach was, durch ein ganzes Herbarium schon gesagt, dass er bei aller Freundschaft kein RxVV macht. Und auch wegen aller Freundschaft. Und jetzt schon wieder eine Frage…

Spahns Mimik spricht: „Hör mal, Freundchen, soll mich das beeindrucken? Ich bin seit 16 Jahren im Bundestag und neuerdings mit Dumpfbacken, von denen ihr hier nur träumen könnt. So leicht lass‘ ich mich nicht mehr provozieren. Aber wenn der so weiter macht, dann überlege ich mir das mit dem Fremdbesitzverbot vielleicht doch noch mal. Oder mit 2hm. Na wartet, wenn ich erst Kanzler bin… oh Mist… ich muss antworten.“ (laut) „Deswegen bin ich ja auch hier, um zu diskutieren. Dafür mache ich Politik.“

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