Analyse

Spahn lockt mit Geld und droht mit 2hm Lothar Klein, 10.10.2018 17:38 Uhr

München - Gemessen an den vielen Erwartungen ist er mit leeren Händen gekommen und hat trotzdem seine Handschrift hinterlassen – Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat beim DAT in München keine Lösungen präsentiert, keine Zusagen oder Versprechungen ins Protokoll diktiert, aber aufgezeigt, wohin die Reise für die Apotheken geht – und dass er notfalls auch gegen die ABDA seine Politik durchregieren will.

Spahns Antwort auf die letzte Frage von Schleswig-Holsteins Verbandspräsident Peter Froese zur Digitalisierung und zum eRezept hatte es in sich: Ganz so wie es sich ABDA mit dem eRezept vorstelle, werde es nicht kommen. ABDA-Präsident Friedemann Schmidt frotzelte: Das sei doch das Standardverfahren, die ABDA schreibe es auf und das BMG setzte es um. Das sei früher vielleicht so gewesen, reagierte Spahn, heute laufe es anders: Machen sie nicht mit, mache ich es alleine.

Spahn macht also sein Ding. Das hat er so mit den Krankenhäusern gemacht, mit der Pflege und mit den Ärzten. Jetzt sind die Apotheker an der Reihe. Obwohl er auf viele Fragen konkrete Antworten beim DAT schuldig blieb, zeichnete Spahn ein Bild seiner Absichten. Klar, das Rx-Versandverbot ist offiziell noch nicht zu den Akten gelegt, aber der Papierkorb wartet in Spahns Büro darauf. Rechtliche Hindernisse werden dafür sorgen. Nichts will Spahn versprechen, dass er nicht zu 100 Prozent halten kann: „Das ist mein Politikprinzip.“

Und das sollte die ABDA ernst nehmen. Spahn ist bereit, über vieles mit den Apothekern zu reden: Übers Impfen, über Medikationsmanagement und Geld dafür, über Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS) und über zusätzliches Geld für zusätzliche Leistungen. Die Ausstellung von Folgerezepten kann sich der Gesundheitsminister vorstellen und einiges mehr. Die Apotheken stärken will Spahn – dafür braucht es aus seiner Sicht kein Rx-Versandverbot.

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