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Kiefer: Am Ende müssen wir Aufgabe der Gleichpreisigkeit akzeptieren Lothar Klein, 10.10.2018 19:20 Uhr

München - Bislang wurde vielfach versucht, um den heißen Brei herumzureden. In der Diskussion über den Bericht von ABDA-Hauptgeschäftsführer Sebastian Schmitz kam die Aussprache über die Alternativen zum Rx-Versandverbot auf den Punkt: „Wir werden am Ende die Aufgabe der Gleichpreisigkeit akzeptieren müssen, das ist nicht ganz einfach“, antwortete der Präsident der Bundesapothekerkammer (BAK) auf eine Frage nach der ABDA-Strategie der letzten zweieinhalb Jahre in Sachen Versandhandelsverbot.

Apotheker Michael Mantell aus Dortmund hatte in seinem Statement die ABDA kritisiert, weil sie keinen Plan B zum Rx-Versandverbot entwickelt habe. Darauf antwortete zunächst ABDA-Präsident Friedemann Schmidt: Bereits unmittelbar nach dem EuGH-Urteil im Oktober 2016 habe man mit dem BMG und dem damaligen Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) über Alternativen zum Rx-Versandhandelsverbot gesprochen: „Wir haben Kompensationen geprüft“, so Schmidt und gemeinsam mit dem BMG verworfen.

Spahn habe „uns heute in die Lage versetzt, dass wir uns Gedanken machen müssen über Alternativen“, so der ABDA-Präsident weiter. Das setze voraus, dass man sich einig werde, dass „wir Risiken in Kauf nehmen müssen“ nicht das gleiche Ziel wie mit einem Rx-Versandverbot erreichen zu können. Spahns Vorschlag unterscheide sich deutlich von einem Rx-Versandverbot. Niemand habe von der ABDA erwarten können, bei „voller Unterstützung“ durch das BMG und die Unionsfraktion, Alternativen zum Rx-Versandverbot zu entwickeln: „Der muss bescheuert sein“, so Schmidt: „Daher darf sich niemand wundern, dass wir nicht über Alternativen nachgedacht haben. Klar müsse auch sei, „dass wir nicht dasselbe erreichen können“. Die Situation habe sich jetzt geändert, das müsse Anlass sein für eine Neubewertung. Diese habe der ABDA-Gesamtvorstand letzte Woche vorgenommen.

BAK-Präsident Kiefer ergänzte: Spahn habe heute keinen Vorschlag gemacht, „weil es keinen Vorschlag gibt. Wir werden das Ende der Gleichpreisigkeit akzeptieren müssen. Das ist nicht ganz einfach.“ Schmidt sagte weiter, es gebe eine „Handvoll Alternativen“, die funktionieren könnten wie ein Rx-Versandverbot. Man müsse jetzt entscheiden, ob wir auf dem Rx-Versandverbot bleiben oder es jetzt einen anderen Weg gibt: „Wir sind doch keine Ignoranten.“ Schmidt bezeichnete das 2hm-Gutachten als „Weltuntergangsszenario“. „Sie werden doch nicht von uns erwarten, dass wir uns mit Leuten an einen Tisch setzen, die unseren Untergang planen.“

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