Spahn zu Rx-Boni: Wildwest-Wildwuchs einhegen

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Berlin - Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will den Vergabe von Boni und Rabatten durch ausländische Versandapotheken begrenzen. „Der bisherige Wildwest-Wildwuchs mit Rabatten und Boni ist nicht haltbar“, sagte Spahn in einem Interview mit dem „Tagesspiegel“. Er könne gut verstehen, dass die Apotheker diesen Wettbewerb unfair fänden.

Auf die Frage nach dem politischen Schicksal des Rx-Versandverbotes antwortete Spahn, es gehe um die Stärkung der Apotheken vor Ort. „Da ist das Versandhandelsverbot ein Aspekt. Wir haben den Auftrag, ein solches Verbot rechtsfest zu prüfen.“ Es sei gerade sieben Monate im Amt und habe sich bislang auf Pflege, auf ärztliche Versorgung, das Versichertenentlastungsgesetz konzentriert. In den nächsten sechs Monaten gehe es um sichere Arzneimittelversorgung. Das reiche von Konsequenzen aus den Skandalen um Blutdrucksenker und Krebsmedikamente bis zum Versandhandel. Fast wortgleich hatte sich Spahn so auch auf dem Deutschen Apothekertag (DAT) geäußert.

Er können „sehr gut nachvollziehen“, dass die Apotheker den Wettbewerb mit Versandapotheken unfair finden: „Der bisherige Wildwest-Wildwuchs mit Rabatten und Boni ist nicht haltbar. Jetzt geht es darum, wie stark wir das rechtlich einhegen können“, so Spahn weiter. Gleichzeitig solle das Wissen der Pharmazeuten vor Ort besser genutzt werden – bei der Therapiesicherheit, in der Prävention.

„Ich kann mir auch Grippeimpfungen in Apotheken vorstellen. Oder eine bessere Honorierung von Nacht- und Notdiensten“, so Spahn im Tagesspiegel. Im Moment verdienten die Apotheker ja nur mit der Arzneiabgabe: „Wir müssen auch denen ein Überleben sichern, die keine ärztliche Spezialpraxis um die Ecke haben und teure Krebs- oder HIV-Medikamente verkaufen können.

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