DAT-Nachlese

Saar ohne Hoffnung: Kein Rx-Versandverbot APOTHEKE ADHOC, 19.10.2018 14:37 Uhr

Berlin - Als erste Mitgliedsorganisation der ABDA gibt die Landesapothekerkammer Saarland ihre Hoffnungen auf die Umsetzung des Rx-Verbots offiziell auf. Ein Info-Schreiben an die Kammermitglieder über den Verlauf des Deutschen Apothekertages (DAT) in München leitet die Kammer mit den Worten ein: „Was bleibt ist die Erkenntnis, dass nach diessei­tiger Einschätzung das Rx-Versandverbot nicht kommen wird.“ Darauf folgt Kritik an der ABDA und an Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU).

Die Rede von ABDA-Präsident Friedemann Schmidt könne „durchaus als fulm­inant bezeichnet“ werden, startet die Info noch freundlich-zustimmend. Deutliche und passende Worte habe Schmidt zur Valsartan-Krise gefunden. Diese hätte man sich aber von der ABDA auf dem Höhepunkt der Valsartan-Krise gewünscht, „dieser Kritik wird sich die ABDA stellen müssen. Denn von der ABDA kam auch nichts! Im Nachhinein ist die geäußerte Kritik am GKV-Spitzenverband wertlos“, so die Kammer.

Auch nicht nachvollziehbar sei aus Kammersicht, „dass das Rx-Versandverbot keine ausdrück­liche Erwähnung in der Rede fand“. „Auch hier hätten wir uns sehr deutliche Worte des Präsi­denten der ABDA gewünscht“, so das Schreiben weiter. Und Spahns DAT-Rede sei „in Gänze gekennzeichnet durch politische Floskeln, Allgemeinheiten und nichtssagenden Ankündigungen“. Schon beim DAT hatte Kammerpräsident Manfred Saar kritisiert, dass die ABDA zwei Jahre lang kategorisch behauptet habe, „es gibt keine Alternativen“ und jetzt fordere sie die Mitgliedsorganisationen auf, sich hinter Spahns Plan B zu stellen: „Nicht mit mir“, so Saar in München.

Das einzig Konkrete an Spahns Rede sei gewesen, dass „unser Gesundheitsminister“ mit dem Berufsstand die zukünftige Ausrichtung der Apothekerschaft diskutieren wolle. „Toll! Das kann so ziemlich alles bedeuten. Nicht fehlen durfte natürlich in der Rede eine deutliche Drohung mit dem Hinweis, dass das 2HM-Gutachten auch auf dem Tisch liege. In den Ohren des unbedarften Beobachters klang dies tatsächlich nach: Ihr, der Berufsstand, seid brav oder das 2HM-Gutachten, was Kürzungen des Apothekenhonorars von bis zu einer Milliarden Euro vorsieht, wird umfassend diskutiert. Politik in ihrer Reinform“, kommentiert die Kammer das Geschehen.

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