Bis 6. November: Ringen um Plan B

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Berlin -

Zwei Tage haben die Spitzen der Landesapothekerverbände bei der Mitgliederversammlung des Deutschen Apothekerverbandes (DAV) ihre Köpfe zusammengesteckt. Es wurden Beschlüsse gefasst zum Rahmenvertrag und anderen Vertragsangelegenheiten. Aber das Hauptthema war: Wie geht es weiter mit dem Rx-Versandverbot, mit einem Plan B? Noch herrscht keine Klarheit im Apothekerlager – das Ringen geht weiter. Nur so viel: Bis zur nächsten Sitzung des ABDA-Gesamtvorstandes am 6. November soll ein Maßnahmenpaket vorgeschnürt sein. Beschlossen werden soll dieses am 5. Dezember von der ABDA-Mitgliederversammlung. Über Sinn und Zweck des Pakets gibt es geteilte Ansichten.

Über den ehrgeizigen Zeitplan war man sich bei der DAV-Mitgliederversammlung im Klaren. Bis zum 6. November sollen erste konkrete Vorschläge für einen Plan B auf dem Tisch liegen. Auseinander liegen aber noch die Interpretationen, welchen Charakter das Maßnahmenpaket haben kann, soll und darf: Plan B als Alternative zum Rx-Versandverbot oder als ein Add-on. Der Meinungsbildungsprozess verläuft zwischen Kammern und Verbänden. Die Kammern gehören mehrheitlich zum Lager der „Hardliner“.

Für diese gilt der Beschluss der letzten Sitzung des ABDA-Gesamtvorstandes vor dem Deutschen Apothekertag: „Ein Versandverbot für verschreibungspflichtige Medikamente wird nach wie vor als das geeignete Mittel betrachtet, die Folgen des EuGH-Urteils zu bearbeiten und einheitliche Abgabepreise zu garantieren.“

Und weiter hieß es: „Der Geschäftsführende Vorstand der ABDA hat aber weiterhin das Mandat, mögliche alternative Vorschläge mit den Verantwortlichen zu diskutieren und zu prüfen.“ Einige Kammern interpretieren diesen Beschluss so, dass die alternativen Vorschläge keine Kompensation für einen Verzicht auf das Rx-Versandhandelsverbot darstellen, sondern als „Add-on“ zu verstehen sind. „Für uns gibt es kein Entweder-oder, sondern nur ein Sowohl-als-auch“, heißt es dort.

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