ABDA-Mitgliederversammlung

Kammern und Verbände: Keine Mehrheit für Plan B

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Berlin -

Auf gravierende Bedenken von Kammern und Verbänden ist der Plan B von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) in der ABDA-Mitgliederversammlung gestoßen. Laut ABDA-Präsident Friedemann Schmidt wurden erhebliche Zweifel an der rechtssicheren gesetzlichen Umsetzung der Vorschläge geäußert. Bedenken bestehen auch hinsichtlich der Vertragstreue der ausländischen Versender. Auch der ABDA-Präsident selbst sieht noch „Knackpunkte“. Ob Spahns Plan B am 17. Januar in der nächsten ABDA-Mitgliederversammlung eine Mehrheit findet, ist offen.

„Es liegt noch ein gutes Stück Arbeit vor uns“, fasste Schmidt die Stimmung der Mitgliederversammlung zusammen. Er habe Kammer und Verbänden empfohlen, den eingeschlagenen Weg der Gespräche mit dem Bundesgesundheitsministerium (BMG) weiterzuverfolgen. Es habe keine Stimmen für einen sofortigen Abbruch gegeben. Eine Probeabstimmung gab es allerdings auch nicht.

In der Mitgliederversammlung habe Spahn deutlicher als bisher klargestellt, dass er keine Chancen für eine politische Umsetzung des Rx-Versandverbotes in der Regierung und im Parlament sehe. Auch Spahn wolle das Verbot nicht, sagte der ABDA-Präsident, er halte das für nicht zeitgemäß und dauerhaft tragfähig. Mit Spahn teile er aber das „gemeinsame Zielbild“, dass Präsenzapotheken in Deutschland der „Normalfall“ der Arzneimittelversorgung bleiben sollen und der Versand die Ausnahme.

Zentraler Punkt in der Debatte mit Kammern und Verbänden und „extrem schwer zu schlucken“ sei vor allem die Aufgabe der Gleichpreisigkeit durch die Rx-Boni ausländischer Versender, sagte Schmidt. Spahn erwarte hier von den Apothekern „Kompromissfähigkeit“. Dass bedeute allerdings einen dauerhaften Wettbewerbsvorteil für EU-Versender. Darüber sei in der Mitgliederversammlung „stundenlang“ ohne endgültige Lösung diskutiert worden.

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