„Unmoralisches Angebot“

Freie Apothekerschaft poltert gegen Spahn und ABDA APOTHEKEK ADHOC, 13.12.2018 15:12 Uhr

Berlin - Die Freie Apothekerschaft lehnt den von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) vorgestellten Plan B rundweg ab: In einer Presseerklärung poltert der Zusammenschluss aber nicht nur gegen Spahn. Auch die ABDA ist Zielscheibe der Kritik: Die Standesvertretung habe kein Rückgrat und lasse sich billig kaufen.

„Gesundheitsminister Spahn hat seine Krallen ausgefahren“, heißt es in der Erklärung: Für ein paar Euro „Schweigegeld“ pro inländischer Apotheke bleibe der Versand verschreibungspflichtiger Arzneimittel auch aus dem Ausland bestehen. „Die Freie Apothekerschaft ist empört. Damit stellt sich der Minister öffentlich gegen den Koalitionsvertrag. Man muss den Eindruck gewinnen, als ob der früher mit Spahn geschäftlich liierte und heutige Geschäftsführer eines niederländischen Arzneimittelversenders diese Vorschläge persönlich in die Feder des Bundesgesundheitsministers geschrieben habe“, so der Wortlaut. Damit gipfele die bisherige „Veräppelung“ der Apotheker. Das Apothekensterben werde weiter Fahrt aufnehmen.

Genauso abstrus klinge es aus dem Mund dieses Ministers, dass eine für ausländische Versender neu zu schaffende „Marktanteil-Grenze von 5 Prozent“ und die „Deckelung von Boni“ die EU-Juristen nicht stören sollten: „Das Zynische: Jetzt sollen denen die höheren Marktanteile und das Gewähren von Boni offiziell zugestanden, ja sogar im Sozialgesetzbuch festgeschrieben werden. Und das alles ohne irgendeine Ahnung davon zu haben, was der Gesetzgeber machen will, wenn diese Grenzen überschritten werden. Die Konzerne, die die ausländischen Versender am Leben halten, lachen sich schlapp, denn deren Aktienkurse werden dank Spahn steigen.“

Den Apotheken gehe es nicht nur um Geld, sondern vielmehr um Gerechtigkeit und vor allen Dingen um die Preisgleichheit beim hohen Gut des verschreibungspflichtigen Arzneimittels, das eben keine normale Ware sei. Dr. Helma Gröschel, 1. Vorsitzende der Freien Apothekerschaft: „Mal ganz abgesehen davon, dass die Apotheken vor Ort als einzige Leistungserbringer im Gesundheitswesen seit 14 Jahren komplett von der Inflationsrate abgekoppelt sind, soll ihnen jetzt 5 Prozent der Wertschöpfung per Gesetz, also circa 260 Millionen Euro, ohne Ausgleich weggenommen werden! Damit wird das Angebot Spahns für die Apotheken nicht nur zu einem Nullsummenspiel, es werden den Apotheken weitere Verluste zugemutet! Von einem irgendwie gearteten ‚Geschenk‘ kann also überhaupt keine Rede sein!“

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