Blasengesundheit

UroCys: Mannose von Hübner

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Berlin -

Konkurrenz für Klosterfraus Femannose? Hübner Naturarzneimittel hat seit Juli mit UroCys ein Nahrungsergänzungsmittel mit D-Mannose auf dem Markt. Das apothekenexklusive Produkt soll einen Beitrag zur Blasengesundheit leisten.

UroCys Mannose+ ist als Portionsstick auf dem Markt. Dreimal täglich soll das Pulver in Wasser eingerührt und getrunken werden. Enthalten sind neben D-Mannose auch Biotin, Zink und weitere Mineralstoffe sowie Cranberry-Extrakt. Laut Hübner trägt Biotin „zur Erhaltung normaler Schleimhäute bei und somit zur Gesundheit der Blase“. Drei Sticks enthalten 25 µg Biotin und 5 mg Zink, das „zur normalen Funktion des Immunsystems“ beiträgt.

Zusätzlich sind Cranberry-Extrakt zu 360 mg, entsprechend 36 mg Proanthocyanidine (PAC) sowie D-Mannose zu 4,5 g enthalten. Das Monosaccharid wird aus Birke gewonnen. Der natürlich vorkommende Zucker wird vom menschlichen Körper nicht verstoffwechselt. In hohen Mengen eingenommen, verhindert das Monosaccharid die Bindung von Escherichia coli an die Blasenschleimhaut und schleust die Bakterien mit dem Urin aus. Daher kommt D-Mannose zur Behandlung von Blasenentzündungen zum Einsatz. Der Großteil der Blasenentzündungen ist auf E. coli zurückzuführen. Die Bakterien binden an die D-Mannose-Rezeptoren der Blasenschleimhaut und lösen so eine Infektion aus. Ist das Monosaccharid im Überfluss vorhanden, werden die Bakterien ummantelt und unschädlich gemacht.

D-Mannose ist in der Leitlinie zur Behandlung von Harnwegsinfekten zu finden. In Studien konnte das Monosaccharid bei einer täglichen Gabe von zwei Gramm eine mit Nitrofurantoin vergleichbare Wirkung erzielen – mit signifikant weniger Nebenwirkungen.

Klosterfrau setzt schon seit Längerem auf Mannose. Das Kölner Unternehmen launchte das Monosaccharid ebenfalls in Kombination mit Cranberry-Extrakt. Inzwischen wird auf den Extrakt verzichtet. Ursache ist laut Hersteller die Entscheidung der EU-Kommission, die Cranberry eine pharmakologische Wirkung zuspricht. Somit müsste für Femannose eine Zulassung als Arzneimittel beantragt werden. Seither ist das Medizinprodukt unter dem Namen Femannose N im Handel.

Klosterfrau setzt auf 2 g Mannose pro Portionsbeutel. Das Medizinprodukt kann „zur Prävention und unterstützenden Behandlung von Zystitis sowie anderen Harnwegsinfekten“ angewendet werden. An den ersten drei Tagen des akuten Infekts nehmen Betroffene über 14 Jahren drei Beutel Femannose pro Tag ein. Die Dosis kann dann an den Tagen vier und fünf auf zwei Beutel gemindert werden. Zur Prävention soll täglich ein Beutel des Pulvers aufgelöst und getrunken werden.

Parallel vertreibt Klosterfrau Mannose Plus als diätetisches Lebensmittel in der Drogerie. Eine Kapsel enthält 500 mg D-Mannose; anders als beim Konkurrenzprodukt von Sanotact ist zusätzlich 8,3 µg Vitamin D enthalten. Das Produkt ist für Patientinnen mit wiederkehrenden Blasenentzündungen geeignet. Die Mannose wird aus Mais gewonnen. Das Produkt ist frei von Gluten und Laktose. Laut Hersteller haben Frauen, die an einer Blasenentzündung leiden, einen erhöhten Bedarf an Vitamin D3. Das Sonnenvitamin soll die Bildung des Harnweg-Schutzpeptids Cathelicidin in der Blase anregen.

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