Zystitis

Femalac: Bakterien-Blocker von Apogepha

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Berlin -

D-Mannose hat sich in der Behandlung und Prophylaxe von Blasenentzündungen etabliert. Apogepha kombiniert im Newcomer „Femalac Bakterien-Blocker“ den Zucker mit Milchsäurebakterien.

Femalac ist als Medizinprodukt der Klasse IIa eingestuft und enthält pro Sachet 2 g Mannose sowie die Lactobazillen Rhamnosus und Reuteri zu je einer Milliarde koloniebildende Einheiten (KbE). Das Pulver zum Auflösen ist nur in Apotheken erhältlich und kann zur unterstützenden Behandlung von durch Escherichia coli verursachten Blasenentzündungen und zur Prophylaxe rezidivierender Harnwegsinfekte eingesetzt werden.

Im Akutfall soll zweimal täglich der Inhalt eines Sachets in Flüssigkeit aufgelöst und getrunken werden. Zur Prävention genügt die Anwendung eines Beutels pro Tag. Das Medizinprodukt ist in Packungen zu zehn Stück auf dem Markt.

D-Mannose wurde als Empfehlung in die S3-Leitlinie zur Therapie unkomplizierter Harnwegsinfektionen aufgenommen. Die Wirksamkeit wurde im Vergleich zu Nitrofurantoin bestätigt, die Studienergebnisse wurden im „World Journal of Urology“ veröffentlicht. Der Zucker konnte eine dem Antibiotikum gleichwertige Wirkung erzielen – mit signifikant weniger Nebenwirkungen. D-Mannose soll die Bakterien ummanteln und an die Fimbrien der Enterobaterien binden. Somit wird verhindert, dass sich die Bakterien an den Schleimhäuten anheften können. Die Substanz wird unverändert aus dem Körper wieder ausgeschieden und nicht resorbiert, mit dem Urin werden D-Mannose und eingeschlossene Bakterien ausgespült. Enthalten ist D-Mannose beispielsweise in Femannose N (Klosterfrau) und UroCys (Hübner).

Die enthaltenen Milchsäurebakterien können durch die Milchsäureproduktion den pH-Wert in Vagina und Harnröhre stabilisieren und so ein gesundes Milieu schaffen. Pathogene Keime wie E. coli können verdrängt und eine Reinfektion verhindert werden. „Die Lactobazillen produzieren zudem Mucine“, so Apogepha, „welche das Schleimhautepithel überziehen und so die Adhäsion pathogener Bakterien zusätzlich verhindern.“

Jedes Jahr leiden mehr als drei Millionen Frauen in Deutschland unter einer unkomplizierten Harnwegsentzündung, etwa die Hälfte entwickelt ein Rezidiv. Ursache für eine Cystitis können Bakterien sein. E. Coli kann unkomplizierte und komplizierte Infekte verursachen. Enterokokken, Staphylokokken und Pseudomonas lösen meist komplizierte Harnwegsentzündungen aus. Bestimmte Faktoren können das Risiko einer Cystitis erhöhen. Dazu zählen beispielsweise Diabetes, eine übertriebene Intimhygiene, bestimmte Arzneimittel, Östrogenmangel in den Wechseljahren, Katheterisierung oder häufiger Geschlechtsverkehr. Die „Honeymoon Cystitis“ kann durch die Verwendung von Diaphragmen oder Spermizide verstärkt auftreten. Auch Männer können aufgrund einer benignen Prostatahyperplasie an einem Harnwegsinfekt erkranken.

Ist von einer unkomplizierten Infektion mit häufigem Wasserlassen mit nur geringen Harnmengen die Rede, sind keine funktionellen oder anatomischen Anomalien im Harntrakt vorhanden und liegt keine Nierenfunktionsstörungen vor, spricht man von einer unkomplizierten Harnwegsinfektion. Im Rahmen der Selbstmedikation stehen verschiedene Präparate zur Verfügung. In die S3-Leitlinie wurden pflanzliche Arzneimittel und Mannose aufgenommen.

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