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Harnwegsinfekte

Utipro plus: Von Trommsdorff zu Klinge

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Berlin -

Klinge hat zu Beginn des Jahres sein Harnwegs-Portfolio erweitert: Das Hersteller hat das Medizinprodukt Utipro plus, welches zur Kontrolle und Prävention von Harnwegsinfekten angewendet wird, von Trommsdorff übernommen.

Bisher wurde Utipro plus von Trommsdorff vertrieben, pünktlich zum Jahreswechsel wandert das Medizinprodukt jedoch zu Klinge. „Utipro plus ergänzt mit einem innovativen, natürlichen und zweifachen Wirkmechanismus hervorragend unser Harnwegs-Portfolio“, erklärt Geschäftsführerin Dr. Ines Bohn. Denn im Sortiment befindet sich bereits Arctuvan (Bärentraubenblätter) zur Behandlung der akuten Cystitis. Utipro plus ist zur Vorbeugung und Kontrolle von Harnwegsinfekten bei Patienten ab 14 Jahren geeignet.

Pro Kapsel sind 150 mg Xyloglucan-Gelatine, 100 mg Hibiscus sabdariffa und 100 mg Propolis enthalten. Xyloglucan gehört zu den Hemicellulosen: Die Substanz ist in den Zellwänden von Pflanzen enthalten und besteht aus vielen aneinandergereihten Zuckermolekülen. Das in Utipro plus enthaltene Xyloglucan ist ein standardisierter Extrakt aus Tamarindus. Zusammen mit der enthaltenen Gelatine bildet Xyloglucan einen Schutzfilm auf der Darmschleimhaut. Die für das Produkt verwendete Gelatine stammt vom Schwein.

Die Xyloglucan-Gelatine wirkt auf mechanische Weise: Sie gelangt unverdaut in den Darm und soll dafür sorgen, dass schädliche Bakterien wie Escherichia coli – die für die meisten Harnwegsinfekte verantwortlich sind – nicht an der Darmschleimhaut anhaften können. Denn häufig findet vom Darm aus ein Aufsteigen der Bakterien und eine Übertragung auf die Harnwege statt. Gleichzeitig wird durch Hibiskus und Propolis ein saures Milieu in der Blase geschaffen. Mithilfe der beiden natürlichen Inhaltsstoffe wird vermehrt Stickstoffmonoxid gebildet, dadurch soll die Bakterienproliferation gehemmt werden. Das Medizinprodukt greift daher – im Vergleich zu anderen Harnwegspräparaten – primär im Darm und nur unterstützend in der Blase ein.

Utripro plus ist in Packungsgrößen zu 15 und 30 Kapseln erhältlich. Es sollte bereits frühzeitig eingenommen werden: Die Dosierung bei ersten Beschwerden eines Harnwegsinfektes beträgt zweimal täglich eine Kapsel für fünf Tage. Bei rezidivierenden Infekten ist es ebenfalls zur Vorbeugung geeignet. Hier wird eine Dosierung von einer Kapsel täglich über mindestens 15 aufeinanderfolgende Tage pro Monat empfohlen. Da Utipro plus weder bakteriozide, noch bakteriostatische Wirkungen aufweist, kann es im Ernstfall kein Antibiotikum ersetzen. Denn schwere Harnwegsinfekte können eine Antibiotikatherapie notwendig machen. Dennoch kann das Medizinprodukt auch bei einer bestehenden Cystitis unterstützend zur Antibiose als Begleittherapie verwendet werden.

Im Rahmen der Selbstmedikation stehen bei einer Cystitis grundsätzlich verschiedene Präparate zur Verfügung. So wurden beispielsweise pflanzliche Arzneimittel und Mannose in die S3-Leitlinie aufgenommen. Bei allen unkomplizierten Harnwegsinfekten steht neben der Schmerzlinderung, vor allem die Durchspülungstherapie im Vordergrund. Diese wird mit Nieren- und Blasentees durchgeführt, um die Harnmenge zu erhöhen. Im Rahmen der Phytotherapeutika stehen verschiedene Arzneipflanzen als Mono- und Kombipräparate zur Verfügung: Bärentraubenblätter, Goldrutenkraut, Tausendgüldenkraut, Liebstöckel und Rosmarin sind geeignet, auch eine Kombination aus Kapuzinerkresse und Meerrettichwurzel kann helfen. Für Cranberry-Präparate wurde bisher keine Empfehlung ausgesprochen, da die Studienergebnisse widersprüchlich sind.

Frauen sind aufgrund der kürzeren Harnröhre öfter von Blasenentzündungen betroffen als Männer. Im Laufe des Lebens erkrankt jede zweite Frau mindestens einmal an einer Blasenentzündung, bei jeder vierten Betroffenen ist der Infekt sogar rezidiv. Die Beschwerden sind meist sehr typisch und leicht zu erkennen: Es kommt zu Brennen beim Wasserlassen und ständigem Harndrang – meist werden unter Schmerzen jedoch nur geringste Mengen Urin ausgeschieden. Oft werden die Beschwerden von krampfartigen Schmerzen im Bauch- oder Rückenbereich begleitet. Der Urin ist oft trüb, manchmal weist er auch einen unangenehmen Geruch auf.

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