Nitrofurantoin vs. Fosfomycin: Was ist effektiver?

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Berlin - Fosfomycin und Nitrofurantoin zur Therapie von bakteriellen Harnwegsinfektionen (HWI) unterscheiden sich unter anderem in ihrer Anwendungsdauer. Wissenschaftler haben kürzlich in einer randomiserten, kontrollierten klinischen Studie die Effektivität beider Substanzen untersucht. Sie kamen zu dem Schluss, dass eine fünftägige Behandlung mit dem Nitrofuran-Derivat scheinbar wirksamer ist als eine Einmalgabe des Epoxid-Antibiotikums.

Unkomplizierte Harnwegsinfektionen betreffen vor allem Frauen. Häufigster Erreger ist Escherichia coli, gefolgt von Staphylococcus saprophyticus, Klebsiella pneumoniae und Proteus mirabilis. Andere Erreger kommen eher selten vor. Mittel der ersten Wahl für die antibiotische Therapie bei Frauen sind Antibiotika wie Fosfomycin und Nitrofurantoin; erst bei Kontraindikationen oder Nichtwirksamkeit werden Substanzen wie Trimethoprim, Cefpodoxim oder Ciprofloxacin eingesetzt.

Die Antibiotika unterscheiden sich in der Dosis und der Anwendungsdauer. So wird Fosfomycin in Form einer Einzelgabe gegeben, während Nitrofurantoin mehrmals täglich über mehrere Tage appliziert wird. Gibt es Unterschiede bezüglich der Wirksamkeit? Das wollten die Forscher um Dr. Angela Huttner von der Universitätsklinik Genf wissen. Deshalb untersuchten sie in ihrer im Fachjournal „Jama“ veröffentlichten Studie die klinische und mikrobiologische Wirksamkeit von Nitrofurantoin und Fosfomycin bei nicht schwangeren Frauen mit unkomplizierter Zystitis ab 18 Jahren. Die Frauen waren durchschnittlich 44 Jahre alt.

Einschlusskriterien waren die klassischen Symptome einer HWI wie Dysurie, häufiger Stuhldrang und der Nachweis von Nitriten und Leukozytenesterase im Harn. Zudem sollten sie keine bekannte Kolonisierung oder vorherige Infektion mit Uropathogenen haben, die gegen die Studienantibiotika resistent sind. Die Teilnehmerinnen wurden im Verhältnis 1:1 randomisiert. 255 Frauen erhielten orales Nitrofurantoin (100 mg, dreimal täglich für 5 Tage); die restlichen Studienteilnehmerinnen bekamen eine einzelne Dosis von oralem Fosfomycin (3 g).

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