Lieferengpass wegen Tierschutzverordnung

StroVac: Fünf Mäuse zu wenig Nadine Tröbitscher, 24.01.2019 08:03 Uhr

Berlin - Zur Therapie und Prophylaxe von wiederkehrenden Harnwegsinfekten bakteriellen Ursprungs ist StroVac (Strathmann) eine Alternative zum Antibiotikum. Die Impfung wird hierzulande als IGeL angeboten. Derzeit müssen Ärzte und Patienten auf das Arzneimittel verzichten und zwar bis April, wie aus der Liste der beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) gemeldeten Lieferengpässen hervorgeht. Grund für den Engpass ist die Tierschutzverordnung.

StroVac ist eine Vakzine mit inaktiven Keimen spezifizierter Enterobakterien – Eschericia coli, Morganella morganii, Proteus mirabilis, Klebsiella pneumoniae und Enterococcus faecalis. Für die Freigabe der neu produzierten Chargen ist ein sogenannter Mausschutztest nötig. Dieser beweist die Wirksamkeit der Vakzine. Und so läuft der Test ab: 20 Mäuse werden mit StroVac geimpft. Die Nager erhalten gemäß Impfschema drei Injektionen im Abstand von zwei Wochen. Zwei Wochen später werden die Tiere intraperitoneal mit Escherichia coli infiziert.

75 Prozent der Nager müssen die so ausgelöste Peritonitis/Sepsis überleben, um einen ausreichenden Schutz zu belegen. Zudem ist eine Kontrollgruppe gefordert, die zeigen soll, dass die ausgelöste Infektion für die Nager tödlich ist, die nicht geimpft werden. „Dazu wurden bislang zehn Mäuse benötigt“, schreibt Strathmann. Mit der Änderung der Tierschutzverordnung ist der laut Zulassungsunterlagen geforderte Mausversuch genehmigungspflichtig.

„Es hat Monate gedauert, ehe diese Genehmigung von der Tierschutzbehörde erteilt wurde. Allerdings wurde für die Kontrollgruppe nur fünf anstelle der zehn benötigen Mäuse genehmigt“, teilt eine Sprecherin des Unternehmens mit. Der Fakt, das fünf Mäuse zu wenig genehmigt wurden, hat zur Folge, dass diese Veränderung an der Zulassung von der zuständigen Behörde genehmigt werden muss. Dazu muss eine Änderungsanzeige beim Paul-Ehrlich-Institut (PEI) gestellt werden. Strathmann hofft nun die Genehmigung des PEI demnächst zu erhalten. Denn die neuen Chargen haben den Maustest längst bestanden und die Freigabe ist vorbereitet.

  • 1
  • 2

APOTHEKE ADHOC Debatte

Neuere Artikel zum Thema

Weiteres
Markt

Biotechnologie

Morphosys sucht einen neuen Chef»

LABOR-Debatte

Bewerbersuche: Wie läuft das bei euch?»

Gynäkologie

Pascofemin: Spasmo wird Complex»
Politik

Pharmastudent begeistert mit Brief an AKK

„Eier in der Hose – so ist es richtig!“»

„Der Gesundheitsminister macht, was er will“

Pharmaziestudent schreibt an Kramp-Karrenbauer»

Staatsdienst

Polizei sucht Ärzte»
Internationales

Kein mildes Urteil

Mann bricht dreimal in dieselbe Apotheke ein»

Österreich

Revolte gegen Verbandspräsident Rehak»

Digitalisierung

Österreich: eRezept bis 2022 im ganzen Land»
Pharmazie

AMK-Meldung

NMBA ist die neue Verunreinigung in Losartan»

Medizinalhanf

Tilray liefert Cannabisblüten in zwei Stärken»

Therapieresistente Depression

FDA: Zulassungsempfehlung für nasales Esketamin»
Panorama

Raubserie

Berliner Apothekenräuber: „Ich konnte Ihre Angst sehen“»

Apotheke in Barmstedt schließt

Securpharm macht Apotheke den Garaus»

Großhändler

Bombenfund: Alliance Nürnberg kann nicht mehr liefern»
Apothekenpraxis

Mucosolvam Phyto Complete

Sanofi erklärt portofreie Retoure»

Personalmangel

Schaufenster: Mitarbeitersuche mit Leuchtreklame»

LABOR-Download

Kundenflyer: Angaben zur Blutzuckermessung»
PTA Live

Aktionstage für Kinder

Apotheke wird Gummibärchen-Werkstatt»

DKMS-Projekt

PTA bietet Kosmetikkurse für Krebspatientinnen»

Rezeptur

Isotonisierung von Augentropfen: So wird gerechnet»
Erkältungs-Tipps

Was Oma schon wusste

Hausmittel gegen Ohrenschmerzen»

Aromatherapie

Ätherische Öle bei Erkältung»

Erkältung

Fünf Tipps zur Erkältungsvorbeugung»