Plazomicin bei komplizierten Blasenentzündungen

, Uhr

Berlin - Neue Option bei komplizierter Blasenentzündung: In den USA ist Plazomicin bereits zugelassen. Für den europäischen Markt steht die Entscheidung noch aus. Zemdri (Achaogen) könnte auch hierzulande eine neues Antibiotikum gegen resistente Bakterien werden. Eine aktuelle Studie zeigt, dass der Arzneistoff Meropenem nicht unterlegen ist.

Zemdri hat von der US-Arzneimittelbehörde FDA die Zulassung zur Behandlung komplizierter Harnwegsinfektionen einschließlich Pyelonephritis erhalten. Voraussetzung ist, die Infektion ist durch Escherichia coli, Klebsiella pneumoniae, Proteus mirabilis oder Enterobacter cloacae verursacht. Allerdings ist das Arzneimittel nicht Mittel der ersten Wahl, sondern sollte nur bei Patienten angewendet werden, für die begrenzte oder keine alternativen Behandlungsoptionen zur Verfügung stehen. Der Grund: Für Zemdri standen zum Zeitpunkt der Zulassung nur begrenzte Daten zu Sicherheit und Wirksamkeit zur Verfügung.

Die Behörde kam zu dem Schluss: Plazomicin sollte zur Reduktion der Entwicklung von Resistenzen nur dann eingesetzt werden, wenn die Infektion nachweislich von resistenten gramnegativen Bakterien inklusive Carbapenem-resistenten Enterobakterien und MRSA verursacht wurde. Ausgangssubstanz des Wirkstoffes ist das Aminoglykosid Sisomicin. Das Anhängen von zwei Seitenketten macht den Wirkstoff unempfindlich gegen jene bakteriellen Enzyme, die den Bakterienresistenzen zugrunde liegen.

Die Gebrauchsinformation von Zemdri enthält eine Black-Box-Warnung (Boxed Warning), das auf unerwünschte Wirkungen wie Nephro- und Ototoxizität sowie neuromuskuläre Blockaden und Embryotoxizität hinweist. Das Arzneimittel wird als Infusion verabreicht. Die Patienten mit einer Kreatinin-Clearance von 90 ml/ min oder mehr erhalten alle 24 Stunden 15 mg/kg KG über einen Zeitraum von 30 Minuten. Die empfohlene Behandlungsdauer bei komplizierten Harnwegsinfektionen beträgt vier bis sieben Tage. Vor und während der Behandlung ist die Kreatinin-Clearance der Betroffenen zu überwachen.

  • 1
  • 2

APOTHEKE ADHOC Debatte

Mehr zum Thema

Erste B-Zelltherapie für Zuhause
MS: Kesimpta erhält EU-Zulassung »

Mehr aus Ressort

Vorzüge höher als Risiken
EMA: Gutachten zu J&J am Dienstag »
Warnung nur für Fertigspritze
Aflibercept erhöht Augeninnendruck »
Weiteres
„Kartenhersteller wahrscheinlich überfordert“
KBV: Komplizierte Signatur verhindert E-Rezept-Einführung»
Datenübermittlung für das E-Rezept
Apotheker sollen für Versender zahlen»
Magnesium als Gratiszugabe
Sanicare verschenkt Doppelherz»
Am letzten Tag der Coupon-Aktion
OLG Düsseldorf erlaubt FFP2-Rabatt»
Hormone, Schwangerschaft & Co.
Dehnungsstreifen: Irreparable Hautschäden»
Ausschlag ohne eindeutige Ursache
Update: Dyshidrose»
Mehr Feuchtigkeit, stärkere Barriere
Ectoin in der Allergiepflege»

Copyright © 2007 - 2021, APOTHEKE ADHOC ist ein Dienst der EL PATO Medien GmbH / Pariser Platz 6A / 10117 Berlin Geschäftsführer: Patrick Hollstein, Thomas Bellartz / Amtsgericht Berlin Charlottenburg / HRB 204 379 B