Repetitorium Blasenentzündung

Infektionsfalle Schmerzmittel Dr. Kerstin Neumann, 23.03.2016 14:24 Uhr

Berlin - Eine Blasenentzündung ist äußerst schmerzhaft. Besonders Frauen sind häufig betroffen. Haben sich die Bakterien erst einmal in den Harnwegen eingenistet, können sie immer wieder akute Infektionen hervorrufen. Neben der Bekämpfung der Eindringlinge steht die Schmerzlinderung im Vordergrund. Das ist sinnvoll, muss aber mit Augenmaß passieren. Werden die Schmerzen unterdrückt, aber die Ursache nicht behandelt, kann der Infekt verschleppt und dann gefährlich werden.

Fall: Eine junge Frau von Anfang 20 kommt in die Apotheke und möchte Blasen- und Nierentee und Ibuprofen 400 mg. Sie habe schon wieder Schmerzen beim Wasserlassen, das komme bei ihr regelmäßig vor. Seit drei oder vier Tagen leide sie unter den Beschwerden, mit Schmerzmitteln bekomme sie das Ganze bislang aber recht gut in den Griff. Eine Freundin hat ihr erzählt, man solle sehr viel trinken, um die Bakterien auszuschwemmen. Beim letzten Mal war es so schlimm, dass sie zum Arzt gegangen ist. Der hatte ihr ein Antibiotikum mit Namen Ciprofloxacin verschrieben. Davon habe sie aber Durchfall bekommen, dann seien die Beschwerden ohnehin wieder verschwunden. Jetzt sei es nicht ganz so schlimm, da hoffe sie, sich den Arztbesuch sparen zu können.

Analyse: Die junge Frau leidet offenbar unter wiederkehrenden Harnwegsinfekten. Die Erkrankung tritt besonders bei Frauen häufig auf, wenn Keime aus dem Darmlumen in die nahe gelegenen Blasenkanäle einwandern. Bei Männern ist die Gefahr der Infektion deutlich geringer ausgeprägt, da Darm- und Blasenausgang sehr viel weiter voneinander entfernt liegen. Die häufigsten Erreger von Harnwegsinfektionen sind Escherichia coli und andere typische Darmbakterien, außerdem Enterokokken und Klebsiellen. Bei Schwangeren findet man häufig Streptokokken. Um eine vollständige Remission zu erreichen, wird in der Regel eine Antibiotika-Therapie durchgeführt.

Die Frau beschreibt, dass sie bereits einmal mit Ciprofloxacin behandelt worden sei, davon aber Durchfall bekommen zu haben. Das kann dann auftreten, wenn durch das Fluorchinolon auch die natürliche Darmflora durcheinandergebracht wird und der Keim Clostridium difficile Oberhand gewinnt. Durch die Gabe eines anderen Antibiotikums kann dieser Effekt möglicherweise verhindert werden. Die Selbstmedikation mit einem Schmerzmittel wie Ibuprofen ist sinnvoll, um die starken Schmerzen im Rahmen einer Harnwegsinfektion gut in den Griff zu bekommen. Da die junge Frau aber über wiederkehrende Beschwerden klagt, besteht die Möglichkeit, dass sie die Ursache der Infektion nicht ausreichend beseitigt und den Infekt verschleppt hat.
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