Schwangerschaft: Wenn der Zucker verrückt spielt

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Berlin - Bei Schwangerschaftsdiabetes gilt es, den Blutzuckerspiegel der werdenden Mutter gut unter Kontrolle zu halten, um das ungeborene Kind nicht zu gefährden. Neben einer umfangreichen Ernährungsberatung gehört die regelmäßige Überwachung des Glukosespiegels zu den wichtigsten Maßnahmen. In etwa 20 Prozent der Fälle muss Insulin gespritzt werden. Spezielle Nahrungsergänzung aus der Apotheke kann die Therapie unterstützen.

Fall: Eine schwangere Patientin kommt in die Apotheke, sie ist sichtlich nervös. Sie komme gerade vom Arzt, dieser habe Schwangerschaftsdiabetes diagnostiziert. Sie solle regelmäßig den Blutzucker messen und sich mehr bewegen. Vom Diabetologen hat sie ein Messgerät erhalten, sie habe aber noch nie selbst gemessen und außerdem ein wenig Angst, sich in den Finger zu pieksen. Außerdem sei sie als Mutter von zwei Kindern im Alter von 3 und 5 Jahren so beschäftigt, dass sie gar nicht wisse, was sie an ihrem Leben eigentlich ändern solle. Auf Nachfrage erzählt die Frau, dass ihr Vater seit Jahren an Diabetes Typ 2 leidet. Sie arbeitet 30 Stunden pro Woche in einem Steuerberatungsbüro und sitzt die meiste Zeit am Computer. Die Patientin ist in der 25. Schwangerschaftswoche (24W+4T).

Analyse: Zwischen der 24. und der 28. Woche der Schwangerschaft wird laut Mutterschaftsrichtlinien geprüft, ob ein Schwangerschaftsdiabetes besteht. Dieser tritt in Deutschland relativ häufig auf: Laut Zahlen des AQUA-Instituts sind knapp 5 Prozent der werdenden Mütter betroffen. Beim Schwangerschaftsdiabetes verändert sich der Körper dahingehend, dass eine Resistenz gegen Insulin auftritt und daher die Blutzuckerwerte ansteigen. Besonders gefährdet sind übergewichtige Frauen mit einem Body-Mass-Index (BMI) von mehr als 30. Auch wenn früher geborene Kinder besonders schwer waren, ist das Risiko eines Diabetes während der Folgeschwangerschaften erhöht.

Für Mutter und Kind kann der erhöhte Glukosespiegel Folgen haben: Die Mutter läuft Gefahr, nach der Schwangerschaft dauerhaft an Diabetes zu leiden. Außerdem ist das Risiko für Bluthochdruck und Frühgeburten erhöht. Das ungeborene Kind muss durch das hohe Zuckerangebot mehr Insulin produzieren als gewöhnlich. Das führt zu einer Gewichtserhöhung bereits im Mutterleib. Nach der Geburt können beim Kind Unterzuckerungserscheinungen auftreten. Außerdem besteht die Gefahr von Atemstörungen.

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