Schwangerschaftsdiabetes oft unentdeckt

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Berlin -

Schwangerschaftsdiabetes zählt der Deutschen Diabetes-Hilfe zufolge zu den häufigsten Schwangerschaftskomplikationen. Mehr als 28.000 Frauen erkrankten im vergangenen Jahr an einem sogenannten Gestationsdiabetes (GDM). „Die Betroffen haben aber keine Beschwerden, weshalb Ärzte etwa jede zweite Erkrankung übersehen“, erklärt ein Sprecher der Arbeitsgemeinschaft Diabetes und Schwangerschaft der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG).

In den vergangenen zehn Jahren hat sich die Zahl der Schwangeren, die an Diabetes Typ 1 und Typ 2 leiden, verdoppelt. Die Anzahl der Frauen mit Schwangerschaftsdiabetes hat sich verdreifacht. In allen drei Fällen habe das Kind ein erhöhtes Risiko für Fehlbildungen oder eine Frühgeburt, warnt die Deutsche Diabetes-Hilfe.

Eine frühzeitige Diagnose des Schwangerschaftsdiabetes sei wichtig, so der Sprecher. „Denn erhöhte Blutzuckerwerte in der Schwangerschaft steigern das Risiko für Folgeerkrankungen bei Mutter und Kind.“ Mütter mit unbehandeltem GDM erlitten vier Mal häufiger ein Nierenversagen. Zudem erkranke jede Zweite später an Diabetes Typ 2 und bei den Kindern erhöhe sich das Risiko, in ihrer Jugend an Übergewicht, Fettsucht oder Diabetes zu leiden.

Schon vor der Schwangerschaft sollten einige Dinge beachtet werden. Um beim Kind Fehlbildungen der Wirbelsäule oder des Herzens zu verhindern, sei das Einnehmen von Folsäure schon vor der Schwangerschaft empfehlenswert. „Alle Frauen mit Diabetes sollten in einer Geburtsklinik mit angeschlossenem Kinderkrankenhaus entbinden, um eine optimale Versorgung für sich und ihr Kind zu erhalten“, sagt der Sprecher. Hausgeburten oder Entbindungen in Geburtshäusern seien hingegen nicht zu empfehlen.

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