Propolis für ihre Eigenmarke bestellt Elisabeth Sommersgutter nicht im Internet. Die Inhaberin der Barer-Apotheke in München mietete sich stattdessen ein Bienenvolk in der Umgebung – und profitiert doppelt. Die frühere Imkerin nutzt das Bienenkittharz und erhält außerdem Honig.
Propolis-Salbe, -Nasensalbe, -Rachenspray oder -Pollenkapseln: Für ihre Kosmetikeigenmarke nutzt Sommersgutter regelmäßig Propolis. „Ich finde die Substanz super spannend und für mich ist wichtig, dass ich weiß, wo die Bienen stehen.“ Den Imker kennt sie seit mehr als zehn Jahren. Der Kontakt entstand, als sie selbst noch Bienenvölker gepflegt hat. Da ihr die Zeit dafür mittlerweile fehlt, freut sie sich über die Patenschaft. Der Imker bereitet das Bienenharz für sie auf und liefert es.
Im Anschluss wird es in der Rezeptur verarbeitet. Die Arbeit übernehmen PTA. „Ich habe sehr engagierte Mitarbeiterinnen“, freut sich Sommersgutter. Die Eigenmarken befänden sich noch in der Phase der Einführung, seien aber bei der Stammkundschaft bereits bekannt. „Die Kosmetik ist ein Alleinstellungsmerkmal, die Kunden wollen wissen, woher die Produkte kommen“, erklärt sie.
Bei den Propolispräparaten könne sie betonen, dass der Wirkstoff von „ihrem Imker“ in München komme. Für die Verarbeitung erhalte die Apotheke 5 Kilogramm Bienenharz. „Dazu kommen 250 Gläser Honig“, so Sommersgutter. Für die Patenschaft, die seit vergangenem Jahr bestehe, zahle sie jährlich rund 1500 Euro. „Die Produkte sind es mir wert, denn Imkern ist eine zeitaufwendige Arbeit.“
Über den Honig freuten sich die Stammkundinnen und -kunden und die Ärztinnen und Ärzte, wenn sie die Gläser zum Jahresende als kleine Aufmerksamkeit erhielten.