Schwangerschaftsdiabetes: Ursache und Therapie

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Berlin - Die häufigste Begleiterkrankung in der Schwangerschaft ist mit bis zu 12 Prozent der Gestationsdiabetes. Wird die Kohlenhydrat-Stoffwechselstörung rechtzeitig erkannt, kann eine Umstellung der Lebensgewohnheiten in vielen Fällen das befürchtete Spritzen von Insulin ausschließen.

Ein erhöhtes Risiko für Schwangerschaftsdiabetes haben beispielsweise Übergewichtige, Frauen älter als 30 Jahre, Patientinnen mit Diabetes in der Familie oder Frauen mit einem eigenen Geburtsgewicht von mehr als 4000 Gramm. Während der Schwangerschaft steigen dann die Fruchtwassermenge und die Menge an Glukose im Urin. Zwar verschwindet der Diabetes nach der Geburt wieder, dennoch kann die Erkrankung unerkannt eine Gefahr für Mutter und Kind sein.

Wird die Erkrankung nicht erkannt oder bleibt unbehandelt, können Entwicklungsverzögerungen des Kindes die Folge sein. Trotz steigendem Gewicht ergibt sich eine Reifestörung. Die Feten vollziehen ein abnormes Größenwachstum, was zu Problemen bei der Geburt führen kann. Grund für die Entwicklung ist der Übergang von Glukose von der Plazenta über die Nabelschnur in den Kreislauf des Kindes. Somit wird die Insulinproduktion des Ungeborenen angeregt. Zudem sorgt ein Insulinüberschuss im Fruchtwasser für eine gestörte Lungenentwicklung.

In der zweiten Schwangerschaftshälfte werden vermehrt Hormone produziert, die vor allem als Insulingegenspieler wirksam sind. Unter anderem steigt der Spiegel von Prolaktin, Progesteron, Östrogen oder Cortisol – es entsteht eine Insulintoleranz, die Zellen reagieren nicht auf den Insulinreiz. Man spricht von einem relativen Insulinmangel. Kann der Körper nicht ausreichend Insulin nachproduzieren, steigt der Blutzuckerspiegel ebenfalls an. Ziel der Hormonumstellung ist es, dem Körper mehr Energie in Form von Glukose bereit zu stellen.
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