Diabetes-Typ-2

Insulin-Tablette: Möglich, aber zu teuer Nadine Tröbitscher, 22.07.2017 08:38 Uhr

Berlin - Eine orales langwirksames Insulin könnte die Therapie von Typ-2-Diabetikern erleichtern und revolutionieren. Die Ergebnisse einer doppelblinden-Studie, von Forschern von Novo Nordisk vorgestellt wurden, schürten neue Hoffnung. Dennoch wird die Weiterentwicklung des Prototypen nicht weiter verfolgt – aus Kostengründen. Der Konzern will erst einmal die Technologie der Produktentwicklung verbessern.

Forscher von Novo Nordisk stellten auf der 77. Wissenschaftstagung der amerikanischen Diabetesgesellschaft (ADA) die Ergebnisse einer doppelblinden Dummy-Studie vor, die ein orales Insulin mit einem injizierten Insulin glargin in Wirksamkeit und Sicherheit verglich. Die Studie trägt den Namen: „Wirksamkeit und Sicherheit von oralem Basalinsulin: Eine achtwöchige Machbarkeitsstudie an Typ-2-Diabetikern“.

An der Studie nahmen 50 Typ-2-Diabetiker von durchschnittlich 61 Jahren teil, die zuvor noch nicht mit einem Insulin behandelt wurden. Therapiert wurde mit Metformin und in Kombination mit anderen oralen Antidiabetika. Die Probanden wurden 1:1 randomisiert und erhielten sowohl eine Tablette als auch eine Injektion, wobei nur ein Produkt ein Insulin enthielt. Appliziert wurde einmal täglich. Die Dosis wurde innerhalb des Studienzeitraumes von acht Wochen individuell angepasst und die Probanden eingestellt.

Der Zielbereich für den Nüchtern-Blutzucker-Wert lag zwischen 80 und 126 mg/dl. Die HbA1c-Spiegel der Studienteilnehmer lagen zwischen 7 und 10 Prozent. Nach acht Wochen wurden die Ergebnisse ausgewertet. Die Tablette 0I338GT stand in Sicherheit und Wirksamkeit dem injizierten Insulin glargin in nichts nach – es konnten keine signifikanten Unterschiede festgestellt werden. In beiden Gruppen traten keinerlei schwere Nebenwirkungen auf, auch eine schwere Hypoglykämie blieb aus. Die Teilnehmer beider Studiengruppen verbesserten ihre Blutglucosewerte.
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