Diabetes mellitus

Neue Antidiabetika erobern den Markt Deniz Cicek-Görkem, 05.02.2018 09:12 Uhr

Berlin - In Deutschland sind mehr als sechs Millionen Menschen an Diabetes mellitus erkrankt, jährlich werden es 300.000 mehr. Die Therapiekosten nehmen jährlich zu und auch der Stellenwert der einzelnen Arzneimittel verändert sich. Auf dem Vormarsch sind SGLT-2-Hemmer, die künftig weiter an Bedeutung gewinnen dürften. Das geht aus Zahlen des Marktforschungsunternehmens Iqvia hervor.

Schätzungen aus Abrechnungsdaten und Umfragen von Krankenkassen zufolge haben 7 bis 8 Prozent der erwachsenen Bevölkerung die Diagnose Diabetes mellitus Typ-2. Für das Gesundheitssystem stellt die Volkskrankheit eine große finanzielle Belastung dar, nicht nur in Form direkter Kosten. Denn nicht oder nicht ausreichend therapierter Diabetes kann zu Neuro- , Retino- und Nephropathien, Arteriosklerose und darauf basierend Herzinfarkt sowie Schlaganfall führen. Diese Folgeerkrankungen sind mit indirekten Kosten wie Produktivitätsverluste am Arbeitsplatz, Krankheitstage oder Erwerbsunfähigkeit verbunden.

Die Ausgaben für Antidiabetika in Deutschland steigen stetig: Bezogen auf den Apothekenverkaufspreis abzüglich der Abschläge waren es nach Zahlen des Marktforschungsunternehmens Iqvia 2014 rund 2,3 Milliarden Euro, in den zwölf Monaten bis Oktober 2017 waren es 3,8 Prozent mehr. Die aktuelle Zahl liegt nun bei rund 2,6 Milliarden Euro. Den größten Teil des Kuchens mit 54 Prozent bekommen Humaninsuline und Analoga. Rund ein Viertel der Ausgaben entfallen auf DDP-4-Inhibitoren, zu denen Sitagliptin sowie Saxagliptin gehören, und 8 Prozent auf GLP-1-Agonisten (Exenatid, Dulaglutid). 7 Prozent gehen auf SGLT-2-Hemmer (Dapagliflozin, Empagliflozin) und 5 Prozent auf Metformin zurück. Die verbleibenden 2 Prozent teilen sich die sonstigen Antidiabetika.

Für den Zeitraum von September 2016 bis Oktober 2017 wurde für Metformin ein Stillstand bei den Ausgaben verzeichnet, auch wenn das Arzneimittel aus der Gruppe der Biguanide gemäß Leitlinien die erste Wahl ist. Bei den meisten anderen auf dem Markt erhältlichen Blutzuckersenkern wurde hingegen ein Rückgang festgestellt.

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