Antidiabetika

Flüssiges Metformin und schnelles Insulin Nadine Tröbitscher, 06.04.2017 13:06 Uhr

Berlin - Schluckbeschwerden können die Therapie gefährden, wenn Patienten ihre Medikation nicht in Tabletten- oder Kapselform einnehmen können. Zudem können nicht alle Arzneimittel gemörsert oder in Lösung gebracht werden. Mit Metfoliquid GeriSan 1000 mg/5 ml (Infectopharm) steht Diabetikern jetzt eine weitere Wirkstärke Metformin als Flüssigkeit zur Verfügung. Auch das im Januar zugelassene Mahlzeiteninsulin Fiasp (NovoNordisc) ist seit April auf dem Markt.

Metfoliquid GeriSan 1000 mg/5 ml (Metformin, Infectopharm) ist seit April neben der Stärke 500 mg/5 ml im Handel. Erhältlich sind die Packungsgrößen 150 ml und 4x150 ml. Nach dem Öffnen ist eine Flasche jedoch nur 28 Tage haltbar. Indiziert ist die Lösung für Diabetiker vom Typ-2, insbesondere für übergewichtige Patienten, die allein durch eine Diät oder körperliche Betätigung keine ausreichende Einstellung des Blutzuckerspiegels erfahren haben. Das Präparat kann sowohl in der Monotherapie als auch in Kombination mit anderen oralen Antidiabetika oder Insulin eingesetzt werden.

Patienten nehmen bis zu dreimal täglich 5 ml der Lösung zu oder nach einer Mahlzeit ein. Metformin gehört zu den Biguaniden und greift in den Glucosestoffwechsel ein und senkt so den Blutzuckerspiegel auf drei Wegen: Die Bildung von Glucose in der Leber wird gehemmt und somit weniger Glucose ins Blut ausgeschüttet. Im Darm wird der Übergang von Glucose aus der Nahrung ins Blut vermindert. Schließlich verbessert Metformin das Ansprechen der Muskeln auf Insulin, wodurch mehr Glucose umgesetzt wird. Als Nebeneffekt soll der Arzneistoff das Hungergefühl dämpfen und den Fettstoffwechsel unterstützen, Patienten verzeichnen einen Gewichtsverlust.

Metformin steht zudem als Tablette in den Stärken 500, 850 und 1000 mg zur Verfügung. Gastrointestinale Störungen können als Nebenwirkung auftreten. Die Gefahr der Hypoglykämien ist eher gering; die Kombination mit Alkohol, der selbst den Blutzucker senkt, kann die Gefahr jedoch erhöhen. Der Wirkstoff kam im Jahr 2015 laut Arzneimittelreport auf etwa 587 Millionen verordnete Tagesdosen (DDD). Dahinter liegt der Sulfonylharnstoff Glimepirid mit etwa 212 Millionen DDD. Weit dahinter kommt Glibenclamid auf etwa 30 Millionen DDD. Auf die Glinidine entfallen etwa 27 Millionen DDD. Die Gliptine inklusive deren Kombinationen mit Metformin verzeichneten etwa 340 Millionen DDD.
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