Diabetestherapie

Fiasp: Mahlzeiteninsulin zugelassen Nadine Tröbitscher, 12.01.2017 13:20 Uhr

Berlin - Novo Nordisk hat für sein Mahlzeiteninsulin Fiasp (schnelles Insulinaspart) die EU-Zulassung erhalten. Die Formulierung ist eine Weiterentwicklung des bekannten NovoRapid, besitzt jedoch einen schnelleren Wirkeintritt. Die Markteinführung ist für das erste Halbjahr geplant.

Um postprandiale Blutzuckerspitzen abzufangen, muss Insulin bei der Behandlung von Diabetes gleichzeitig mit der Glucose aus der Nahrung ins Blut gelangen. Für Normalinsulin muss daher ein Spritz-Ess-Abstand von etwa 30 Minuten eingehalten werden. Der genaue Zeitpunkt ist schwer zu bestimmen, da Glucose aus unterschiedlichen Nahrungsmitteln verschieden freigesetzt wird. Auch die Geschwindigkeit, mit der Insulin resorbiert wird, ist individuell verschieden. Kurzwirksame Insulin-Analoga mit einem Wirkeintritt von etwa 10 bis 15 Minuten wurden entwickelt, um den Spritz-Ess-Abstand zu reduzieren.

Dem neuen Insulinaspart wurden die Hilfsstoffe Vitamin B3 und die Aminosäure L-Arginin zugesetzt. Das Niacinamid bewirkt eine schnellere initiale Absorption, da die Insulinaspart-Hexamere schneller in Monomere dissoziieren. Fiasp ermöglicht so eine nahezu physiologische Insulinantwort. Die Aminosäure dient als Stabilisator.

Fiasp kann subkutan bis zwei Minuten vor oder 20 Minuten nach dem Beginn einer Mahlzeit verabreicht werden. Geeignet für die Injektion sind Bauchdecke oder Oberschenkel. Das Insulin kann auch für die Pumpenanwendung genutzt werden. Die Injektionslösung hat eine blutzuckersenkende Wirkung und fördert die Aufnahme von Glucose in das Fett- und Muskelgewebe.
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