Gesundheitsökonomie

Typ-2-Diabetes: So teuer sind Folgeerkrankungen Deniz Cicek-Görkem, 08.02.2018 16:46 Uhr

Berlin - Um die Höhe der Behandlungkosten von Folgeerkrankungen zu beziffern, haben Wissenschaftler des Helmholtz Zentrums München (HZM) Daten von mehr als 300.000 Diabetes-Patienten untersucht. Ihre Ergebnisse veröffentlichten sie im Fachjournal „Diabetes Care“.

Diabetes mellitus ist dafür bekannt, viele Folgeerkrankungen nach sich zu ziehen. Schon im Vorstadium des Diabetes ist die Wahrscheinlichkeit dafür erhöht. Ein nicht oder nicht ausreichend therapierter Diabetes kann zu Neuro- , Retino- und Nephropathien, Arteriosklerose und darauf basierend Herzinfarkt sowie Schlaganfall führen, zum Teil werden bei Fußbeschwerden Amputationen erforderlich. Diese Komplikationen sind auch mit indirekten Kosten wie Produktivitätsverluste am Arbeitsplatz, Krankheitstage oder Erwerbsunfähigkeit verbunden.

Die Forscher des Instituts für Gesundheitsökonomie und Management im Gesundheitswesen (IGM) am HZM nutzten für ihre Studie Daten von bundesweiten gesetzlichen Krankenkassen aus den Jahren 2012 bis 2015. Insgesamt wurden die Informationen von 316.220 Menschen mit Typ-2-Diabetes zur Analyse herangezogen.

Berücksichtigt wurden Kosten für stationäre und ambulante Versorgung, Arzneimittel, Rehabilitation und nicht-medizinische Hilfsmittel und Geräte. Anhand dieser Datengrundlage konnten die Forscher die Kosten der Folgeerkrankungen detailliert ermitteln. „Wir wollten wissen, wie hoch die dadurch entstehenden Kosten sind, die von den Krankenkassen und somit von der Gesellschaft getragen werden“, beschreibt Erstautorin Katharina Kähm.

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