Blutzuckerspiegel

Brokkoli-Sprossen bei Diabetes Deniz Cicek-Görkem, 22.06.2017 14:37 Uhr

Berlin - Metformin ist eines der wichtigsten Medikamente zur Behandlung des Typ-2-Diabetes und wirkt unter anderem über die Hemmung der Gluconeogenese. Schwedische Wissenschaftler konnten in einer aktuellen Studie mit übergewichtigen Typ-2-Diabetikern zeigen, dass ein Inhaltsstoff der Brokkoli-Sprossen den Blutzucker mit einem anderen Wirkmechanismus senkt und somit als Kombitherapie eingesetzt werden könnte. Die Ergebnisse wurden im Fachjournal „Science Translational Medicine“ veröffentlicht. 

Metformin gehört zu der Gruppe der Biguanide und wirkt wahrscheinlich über drei Wirkmechanismen. Zum einen senkt der Wirkstoff die Glucoseproduktion in der Leber durch Hemmung der Glyconeogenese und der Glykogenolyse. Zum anderen wird die Insulinempfindlichkeit in der Muskulatur erhöht und die periphere Glucoseaufnahme und -verwertung verbessert. Außerdem schreibt man der Substanz eine Verzögerung der intestinalen Glucoseresorption zu.

Aufgrund der renalen Elimination ist bei Patienten mit Nierenfunktionsstörungen eine regelmäßige Kontrolle notwendig, bei Patienten mit schwerer Niereninsuffizienz ist das Antidiabetikum kontraindiziert. Etwa 15 Prozent der Patienten können das Mittel der Wahl deshalb nicht nehmen.

Sehr häufig können unter der Therapie gastrointestinale Symptome wie Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Abdominalschmerzen auftreten. Nebenwirkungen führen wiederum dazu, dass die Compliance abnimmt. Diese Fakten haben das Forscherteam um Assistenzprofessor PhD Anders Rosengren von der Universität Göteborg dazu angeregt, gezielt nach weiteren Wirkstoffen zu suchen, die die Neubildung der Glucose hemmen.

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