Ewig jung mit Metformin und Brokkoli

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Berlin - Der Wunsch nach Unsterblichkeit ist wohl so alt wie die Menschheit. Der Beauty-Markt boomt, die Zahl der Schönheitsoperationen steigt. Immer mehr Menschen essen bewusst und führen einen aktiven Lebensstil. Wir werden immer älter, durch Wissenschaft und Forschung sind viele Krankheiten mittlerweile heilbar. Der Körper altert trotzdem und unterliegt einem unvermeidbaren Verschleiß – doch auch das könnte sich unter Umständen bald ändern.

Metformin wird seit Jahren erfolgreich als Standardtherapie gegen Diabetes eingesetzt. Es gehört zu den Biguanid-Derivaten und ist als einziges Mittel dieser Wirkstoffgruppe in Deutschland noch zugelassen. Die Wirkstoffe Phenformin und Buformin sind 1978 außer Handel gegangen. Sie lösen vergleichsweise häufig eine Laktatazidose aus. Durch die Einnahme von Metformin wird die Glukoseaufnahme peripherer Gewebe gesteigert, der Blutzucker sinkt dadurch ab. Weitere Wirkmechanismen wie die Hemmung der Glukoseaufnahme im Darm sind bislang noch nicht vollständig geklärt.

Nun rückt der Arzneistoff in einen ganz neuen Fokus und könnte vielleicht als erstes Medikament gegen das Altern zugelassen werden. Wissenschaftler beobachteten im Rahmen einer Studie mit 41.000 Probanden im Alter zwischen 68 und 81 Jahren, dass Personen, die langfristig Metformin einnahmen, insgesamt gesünder waren. Unter der Einnahme sank die Häufigkeit von Demenz, Herz-Kreislauf-Krankheiten, Krebs, Gebrechlichkeit und Depression.

Vermutlich beruhen die positiven Effekte auf mehreren Faktoren, derzeit ist nicht sicher, ob der Stoff tatsächlich in verschiedene Stoffwechselwege eingreift oder ob die beobachteten Effekte zu übergeordneten Mechanismen zählen. Durch die Hemmung des mitochondrialen Komplexes 1 in der Atmungskette, wird die Bildung von reaktivem Sauerstoff verringert. Nach der Gabe des Antidiabetikums wurden ebenfalls weniger DNA-Schäden beobachtet. Es sind positive Einflüsse auf Entzündungsprozesse, Autophagie und Zellalterung zu verzeichnen. Einige Studien mit Typ-2-Diabetikern, haben bereits die potenziellen Anti-Aging-Effekte des Antidiabetikums untersucht. So zeigte sich ein längeres Überleben von Typ-2-Diabetikern unter Metformin im Vergleich zur Kontrollgruppe, die aus gleichaltrigen Nichtdiabetikern bestand. Patienten, die einen Sulfonylharnstoff als Antidiabetikum erhielten, hatten eine erhöhte Sterblichkeit im Vergleich zur Kontrolle und Metformin-Kohorte.

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