Brokkoli stabilisiert das Immunsystem

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Berlin -

Ein Forscherteam der Universität Bonn hat aufgeschlüsselt, wie Nahrungsbestandteile und Umweltfaktoren das Immunsystem beeinflussen. Verschiedene Kohlenwasserstoff-Verbindungen stabilisieren demnach ein empfindliches System im Darm, den sogenannten Ah-Rezeptor und seinen Gegenspieler, den Ah-Rezeptor-Repressor. Bei bakteriellen Infektionen gerät dieser Regler leicht aus dem Gleichgewicht – es kann zu gefährlichen Komplikationen kommen. Unter anderem der regelmäßige Genuss von Brokkoli soll dem entgegensteuern können. Die Ergebnisse wurden nun im Fachjournal „Nature Scientific Reports“ präsentiert.

Der Darm dient in erster Linie der Verdauung, muss aber auch rund um die Uhr für die Abwehr von Krankheitserregern und Umweltschadstoffen Höchstleistungen erbringen. Denn alles, was mit der Nahrung aufgenommen wird, landet schließlich im Verdauungstrakt. „Der Darm übernimmt eine wichtige Barrierefunktion, damit möglichst keine schädlichen Organismen und Substanzen diese Bastion überwinden“, sagt Professor Dr. Irmgard Förster, die am Life and Medical Sciences (LIMES) Institut der Universität Bonn den Zusammenhang zwischen Immunologie und Umwelt erforscht.

Das Immunsystem im Darm muss ständig austariert werden: Ist seine Antwort zu schwach, haben Erreger und Schadstoffe leichtes Spiel. Schießt die Immunreaktion über, kann es zu gefährlichen Entzündungen – zum Beispiel einer Kolitis – bis hin zum lebensbedrohlichen septischen Schock kommen.

In dieser Feinjustierung des Immunsystems im Darm spielt der „Ah-Rezeptor“ (Aryl-Hydrocarbon-Rezeptor) eine wichtige Rolle. An diesen Rezeptor können ganz verschiedene Substanzen binden und so immunologische Signalketten in Gang setzen. Dazu gehören aromatische Kohlenwasserstoffe, die beispielsweise durch den Abbau von Nahrungsbestandteilen entstehen, aber auch Umweltgifte wie Dioxine.

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