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Metformin zur Wundversorgung

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Berlin -

Metformin wird eigentlich als orales Antidiabetikum eingesetzt. Das Biguanid-Derivat senkt den Blutzucker dadurch, dass die Glukoseaufnahme in peripheren Geweben gesteigert wird. Darüber hinaus könnte der Arzneistoff der Schlüssel zum Jungbleiben sein. Auch lokal angewendet scheint Metformin wirksam: Forscher konnten nun einen positiven Effekt auf die Wundheilung feststellen.

Als chronisch werden Wunden bezeichnet, wenn sie trotz adäquater Behandlung keine Heilungstendenz zeigen. Sie entstehen nicht durch traumatische äußerliche Ereignisse, sondern sind häufig Folge einer bestehenden Grunderkrankung (beispielsweise Diabetes mellitus). Diese Wunden sind charakterisiert durch einen Integritätsverlust der Haut und der tieferliegenden Strukturen. Eine Heilung bleibt über Wochen aus. Beispiele für chronische Wunden sind:

  • Ulcus Cruris: Offenes Bein – Auslöser ist meist eine chronisch venöse Insuffizienz (CVI)
  • Diabetischer Ulcus: Beim diabetischen Fußsyndroms liegt eine Schädigung sensorischer, motorischer und autonomer Nerven zugrunde, gleichzeitig kann eine Gefäßschädigung vorliegen (diabetische Angiopathie)
  • Dekubitus: Folge von unphysiologisch hohen Druckeinwirkungen, die Folge: Minderdurchblutung der Haut oder des Gewebes führt mitunter zu Nekrosen, meist entsteht die Wunde durch Immobilität

In einer kleinen Studie mit 30 Patienten wurde nun die Wirksamkeit von Metformin als Dermatikum bei diesen Wundarten untersucht. Alle Probanden litten an traumatischen Wunden oder Ulcera an den unteren Extremitäten. Metformin wurde in Gelform verabreicht. Über 30 Tage wurde das Präparat zweimal täglich aufgetragen. Zeitgleich untersuchte das Forscherteam die Potenz des Metformin-Hydrogels im Rattenmodell. Neben der Wirksamkeit wurde auch die Galenik des Gels überprüft; die Wissenschaflter stellten fest, dass die Freisetzung des Wirkstoffes bei der Verwendung von Polyacrylsäure-Gelen am besten war.

Metformin zeigte sich als wirksam. Im Vergleich zum reinen Hydrogel konnte eine signifikant verbesserte Wundheilung festgestellt werden. Nach 10 bis 14 Tagen erfuhren die Probanden eine deutliche Schmerzreduktion. Auch die Ödembildung im betroffenen Areal nahm ab. Eine Reepithelialisierung trat zwischen Tag 7 und 14 ein. Der Zeitpunkt der Bildung von Granulationsgewebe hing von der Art der Wunde ab: Bei den Patienten mit chronischen Wunden setzte die Bildung nach 13 bis 21 Tagen ein, bei den Personen mit Ulcera meist zwischen dem 15. bis 30. Tag. Nachträglich wurden die Wunden histopathologisch untersucht. Das Erstaunliche: Es konnte eine komplette Wiederherstellung der Bindegewebsmatrix sowie eine Reepithelialisierung beobachtet werden.

Weitere Untersuchungen zeigten, dass das Immunsystem innerhalb des Wundmilieus angeregt wurde. TGFbeta konnte im Gewebe nach der Therapie in einem Überangebot nachgewiesen werden. Das Zytokin ist an vielen Prozessen innerhalb der Wundheilung beteiligt. Es hat unter anderem Auswirkungen auf die Bildung von Granulationsgewebe und die Neubildung von Gefäßen. Zur Verträglichkeit konnten die Wissenschaftler positive Ergebnisse liefern: Es traten keine Irritationen, Erytheme oder Ödeme auf.

Feuchte Wundversorgung als Goldstandard

Die feuchte Wundversorgung gilt bisher bei chronischen Wunden als Goldstandard. Alginate und Schaumauflagen können tiefe Wunden, zum Beispiel im Rahmen eines Dekubitus, heilen. Doch auch bei kleineren Wunden, wie Operationsnarben, setzen Ärzte häufiger auf Hydrogel oder Hydrokolloid Pflaster. Die Anwendung mindert die Narbenbildung, da ein optimales Wundheilungs-Milieu entsteht.

 

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