Umstritten: Metformin in der Schwangerschaft

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Berlin - Zur Metformin-Einnahme in der Schwangerschaft liegen unzureichende und widersprüchliche Studienergebnisse vor. Eine aktuelle Untersuchung zeigt, dass Metformin positive Auswirkungen auf den mütterlichen Glukosestoffwechsel und das neonatale Gewicht des Säuglings hat. Dennoch gilt weiterhin die Empfehlung: Frauen mit Diabetes Typ-2 sollten eine Schwangerschaft planen und auf Insulin umgestellt werden.

Die Zuckerkrankheit ist eine der am häufigsten vorkommenden Stoffwechselerkrankungen. Laut Robert-Koch-Institut (RKI) leiden rund 4 Prozent der 18- bis 39-jährigen Frauen in Deutschland an einem Diabetes-Typ-2. Somit spielt die Erkrankung auch bei Frauen mit Kinderwunsch eine Rolle. Der sogenannte Gestationsdiabetes muss hierbei bezogen auf die Art der Behandlung gesondert betrachtet werden. Ein Schwangerschaftsdiabetes bildet sich, anders als der Typ-2-Diabetes, nach der Schwangerschaft normalerweise zurück. Die temporäre Erkrankung steigert jedoch das Risiko für die spätere Entwicklung eines chronischen Typ-2-Diabetes.

Unzureichende Studienlage

Zum Einsatz von Metformin während der Schwangerschaft liegen zahlreiche Studien und Untersuchungen mit einer großen Anzahl an Frauen vor. Dennoch ist die Sicherheit der Therapie nicht vollständig geklärt. Über 1000 Schwangerschaftsverläufe zeigten keine Anhaltspunkte für Teratogenität. Nach dem aktuellen Kenntnisstand zeigt Metformin auch keine fetotoxischen Eigenschaften. Der Arzneistoff ist in allen Trimena gut untersucht. Zu den drei häufigsten Behandlungsindikationen in der Schwangerschaft gehören der Gestationsdiabetes, der vorbestehende Diabetes und das polyzystische Ovar-Syndrom (PCOS). Eine großangelegte Subgruppenanalyse nach Indikation zeigte jedoch auch, dass Metformin bei bestehendem Typ-2-Diabetes die Risiken für Fehlbildungen, Spontanaborte und Frühgeburten steigern kann.

Aktuelle Studie

Kanadische Wissenschaftler des Canadian Institutes of Health Research (CIHR) haben aktuelle Studienergebnisse zur Metformin-Einnahme während der Schwangerschaft im Vergleich zu Placebo im Fachjournal „Lancet Diabetes and Endocrinology“ publiziert. Die Forscher untersuchten die Auswirkungen einer zusätzlichen Gabe von Metformin zur Standard-Insulintherapie. Die Wissenschaftler vertraten die Annahme, dass Schwangere weder mit einer Mono-Insulin-Therapie noch mit einer Mono-Metformin-Therapie ausreichend behandelt sind. Die randomisierte, kontrollierte, doppelt verblindete und placebokontrollierte Studie schloss 502 Frauen mit ein. Diese wurden per Zufallsprinzip in zwei Gruppen eingeteilt. Es wurden nur Frauen mit Einzelschwangerschaften miteingeschlossen. Vor Studienbeginn wurde der Body-Mass-index (BMI) bestimmt.

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