Neue Diabetes-Gene entschlüsselt

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Berlin - Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes mellitus sind ein weltweites Problem, aber die zugrundeliegenden genetischen Faktoren und ihre Relevanz bei der Pathogenese sind noch unvollständig verstanden. Bislang sind viele Gene unbekannt. Wissenschaftler des Helmholtz Zentrums München (HZM) sowie des Deutschen Zentrums für Diabetesforschung (DZD) haben nun 51 Stoffwechsel-Gene entdeckt, von denen 23 eine Rolle bei der Entstehung der Krankheit spielen könnten.

Die im Fachjournal „Nature Communications“ erschienene Studie macht Hoffnung, die Ursachen und Entstehungsmuster der Krankheit besser zu verstehen und somit therapeutisch sowie präventiv eingreifen zu können. Denn nicht nur Lebensstil- und Umweltfaktoren spielen bei der Entstehung der Krankheit eine Rolle, sondern auch das Erbgut, das die Baupläne liefert. Neu identifizierte Diabetes-Gene könnten beispielsweise als Biomarker für eine individuelle Risikovorhersage oder zur Diagnostik eingesetzt werden.

Die Forscher um Professor Dr. Martin Hrabě de Angelis der German Mouse Clinic (GMC) am Institut für Experimentelle Genetik (IEG) des HZM haben im Rahmen des Internationalen Mouse Phenotyping Consortiums (IMPC) Stoffwechselfunktionen von Mausmodellen untersucht, denen jeweils ein genau ausgewähltes Gen fehlte. Mit dieser Methode versuchten die Forscher herauszufinden, ob das fehlende Gen an wichtigen Stoffwechselprozessen beteiligt ist. Die Phänotypisierung wurde mittels 14 obligatorischen und mehreren zusätzlichen optionalen Tests durchgeführt.

Für die Studie wählten die Wissenschaftler sieben metabolische Parameter mit diagnostischer Relevanz für die humane klinische Forschung. Dazu gehören der basische Nüchternblutzuckerspiegel vor dem Glukosetoleranztest, die Fläche unter dem Blutglukosespiegel nach intraperitonealer Glukoseverabreichung im Verhältnis zum basalen Blutzuckerspiegel, die Plasmatriglyceridspiegel, die Körpermasse, die Stoffwechselrate, die Sauerstoffverbrauchsrate und das Atmungsaustauschverhältnis. Männliche und weibliche Stämme wurden getrennt analysiert, da bei krankheitsbezogenen Phänotypen der Geschlechtsdimorphismus weit verbreitet ist.

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