Studie

Apotheke macht Diabetes-Patienten mündiger Torsten Bless, 10.02.2018 15:38 Uhr

Berlin - Wie Typ-2-Diabetiker lernen können, ihre Gesundheit auch ohne starke Medikamente zu verbessern, will eine von der Universität Erlangen-Nürnberg initiierte einjährige Studie unter Beweis stellen. Auch eine Apotheke und ein knappes Dutzend Patienten aus Illertissen sind dabei.

Ein weiteres Mal haben sich die Forscher der Universität mit dem an die Bayerische Landesapothekerkammer angegliederten Wissenschaftlichen Institut für Prävention im Gesundheitswesen (WIPIG) zusammengetan. Schon 2015 wiesen sie nach, dass eine intensive Betreuung durch Apotheker das Diabetesrisiko senken kann.

„Eines Tages bekamen wir ein Fax, alle Apotheken, die Interesse an einer Studie mit Typ-2-Diabetikern hatten, wurden eingeladen, sich zur Teilnahme zu bewerben“, berichtet Ingeborg Spranger von der Apotheke am Bahnhof. „Wir waren sofort begeistert!“ In einem anhängenden Fragebogen wurde den Kandidaten eingehend auf den Zahn gefühlt. „Man wollte genau wissen, wie wir als Apotheke so aufgestellt sind, ob wir uns weitergebildet oder schon selbst Vorträge gegeben hatten. Nach einer langen Sendepause bekamen wir die Rückmeldung, dass wir zu den zwölf Interventionsapotheken zählen sollten. Darüber haben wir uns riesig gefreut!“

Gemeinsam mit einer angestellten Apothekerin und einer PTA machte sich Spranger auf die Suche nach in Frage kommenden Patienten. „Zunächst sprachen wir Kunden an, die entsprechende Medikamente bei uns bezogen.“ Die Resonanz war groß. Wer in seinem Leben schon mal einen Schlaganfall oder Herzinfarkt hatte, wurde von der Teilnahme ausgeschlossen. „Da sind einige der Interessenten herausgefallen“, bedauert Spranger. Ein gutes Dutzend Patienten blieb nach diesem Auswahlprozess übrig, viele von ihnen waren übergewichtig. „Wir hatten wenige um die 40, die meisten waren über 70 Jahre.“ Bei allen wurde zunächst eine Statuserhebung durchgeführt. „Wir maßen ihren HbA1c-Wert, das entsprechende Gerät wurde vom Hersteller Alere aus Norwegen für die Dauer der Studie gesponsert“, erläutert die Apothekerin aus dem Allgäu.

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