Repetitorium Allergie

Bronchitis in der Pollenzeit Dr. Kerstin Neumann, 11.03.2016 11:30 Uhr

Berlin - Die Erkältungszeit ist noch nicht ganz vorüber, da fliegen schon die ersten Pollen. Wen es besonders hart trifft, der muss sich gleichzeitig mit tränenden Augen, Husten und Schnupfen herumschlagen. Allergiker können mit der Zeit Symptome wie eine Bronchitis entwickeln, die auf die Allergene zurückzuführen sind.

Fall: Eine Studentin von 22 Jahren kommt in die Apotheke und bittet um Beratung. Seit drei Wochen leidet sie vermehrt unter Juckreiz in den Augen und fließender Nase. Der Arzt hat empfohlen, sich in der Apotheke Augentropfen und Allergietabletten zu besorgen. Jetzt sei sie auch noch erkältet, sie hustet stark und hat ab und zu Atemnot. Daher bittet sie zusätzlich um ein Hustenmittel und ein Produkt zur Stärkung des Immunsystems. Auf Nachfrage berichtet sie, dass sie als Kind keine Probleme mit Allergien hatte, erst seit etwa fünf Jahren habe sie zwischen Januar und April die Probleme, die aber von Jahr zu Jahr stärker werden. Der Husten sei zwar nicht permanent da, aber hartnäckig. Wann es genau begonnen hat, weiß die junge Frau nicht mehr, aber zwei oder drei Wochen seien es bestimmt. Dem Arzt habe sie davon nicht berichtet, sie sei ja wegen der Allergie bei ihm gewesen. Die Frage, ob sie allergisch auf Nahrungsmittel reagiere, verneint die Kundin.

Analyse: Die Studentin ist offenbar Allergikerin gegen Frühblüher-Pollen. Bereits im Dezember und Januar beginnen die ersten Pollen von Erle und Hasel zu fliegen und verursachen die typischen Beschwerden wie tränende Augen und juckende Nase. In den Sommermonaten sorgen vor allem Gräserpollen für allergische Beschwerden. Fast 30 Prozent der Bevölkerung in Deutschland sind von allergischer Rhinitis oder Konjunktivitis betroffen. Ein Großteil der Allergiker reagiert auf Pflanzenpollen, etwas weniger häufig kommen Allergien gegen Hausstaubmilben, Nahrungsmittel und Tierhaare vor. Diese sind saisonal unabhängig und daher in der Regel gut von einer Pollenallergie zu unterscheiden.

Wenn die Allergene mit den Schleimhäuten in der Nase oder der Bindehaut am Auge des Allergikers in Berührung kommen, wird eine starke allergische Sofortreaktion mit Bildung von IgE-Antikörpern ausgelöst, die die typischen Beschwerden wie Niesreiz, Fließschnupfen und rote Augen mit Juckreiz und Fremdkörpergefühl hervorruft. Auch Hautausschläge oder Schwellungen können nach Pollenkontakt auftreten. Betroffene reagieren sehr lichtempfindlich, Geruchs- und Geschmackssinn sind eingeschränkt. Wer besonders schwer betroffen ist, entwickelt mit der Zeit Symptome von Bronchitis oder Asthma – dann wird von einem Etagenwechsel gesprochen. Wer die Symptome in den Griff bekommt, läuft weniger Gefahr, auf antiasthmatische Medikamente zurückgreifen zu müssen. Daher ist es wichtig, die Allergie richtig und frühzeitig zu bekämpfen.
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