ApoRetrO – der satirische Wochenrückblick

Schnelltest-Schnelltests für Apotheken

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Berlin -

Apothekenpflicht für Coronatests, das ist ein Wunsch der Abda. Gesundheitsminister Jens Spahn hat bedauerlicherweise wenig Übung darin, die Wünsche der Apotheker zu erfüllen. Er will die Tests lieber in der Schütte sehen. Jetzt liegt ein Kompromiss auf dem Tisch: Ein Schnelltest-Schnelltest, der zum Bezug der Schnelltests außerhalb von Apotheken berechtigt.

Laientests – da muss man Minister Spahn recht geben – sagen deutlich, was sie sein wollen: Corona-Schnelltests, die jede/r für sich durchführen kann, ohne Hilfe durch medizinisches Fachpersonal. Nur: Apotheker:innen haben reichlich Erfahrungen mit Menschen, die ihren Blutzucker zum ersten Mal selbst messen müssen oder einen Inhalator richtig halten sollen. Bei einem so potenziell folgenreichen Ereignis wie der Anwendung eines Corona-Tests sollte also sichergestellt sein, dass die Handhabung sitzt. Das findet Herr Spahn auch.

Deshalb steht jetzt die Idee im Raum, dem Bezug von Schnelltests einen Schnelltest voranzustellen. Nur wer diese mehrteilige Prüfung besteht, bekommt ein Zertifikat, dass zum Bezug von Laientests berechtigt. Schritt 1: Sobald zehn verschiedene Tests eine Zulassung erhalten haben, bekommen ausnahmslos alle Bundesbürger:innen ab einem Alter von 18 Monaten – „Denn bei den Jüngsten wäre es ja Quatsch“ – jeweils einen Bestandteil jedes zugelassenen Testsets zugeschickt und muss die Stäbchen, Tupfer und Lösungen dem gesuchten Testverfahren richtig zuordnen.

Lesetest: Klar, in der Anleitung sollte die Nutzung verständlich beschrieben sein. Aber wenn man die gar nicht schön lesen kann? Aufgabe 2: Eine Seite aus Spahns Biografie fehlerfrei vorlesen und einen Video- oder Audio-Ausschnitt davon ans BMG schicken. Die zehn besten Vorleser:innen dürfen sich zur Belohnung eine Woche lang auf Spahns VIP-Parkplatz bei Google sonnen. Jedenfalls bis dieser endgültig abgesperrt wird. Denn nach dem Landgericht München haben nun auch die Rechtsexperten aus dem Bundestag Spahn die Lektion erteilt, dass die Pressefreiheit durchaus noch einen Sinn hat.

Der Spucktest soll ja besonders einfach sein (fast wie der Lollytest). Ja ja, wenn man richtig spucken kann. Auch das ist nachweispflichtig – entweder ein Kirschkern (frische Kirschen verschickt das Landwirtschaftsministerium) mindestens 3,50m weit oder klassisch mit Spucke auf das Foto seiner Lieblingskonzernzentrale. Amazon hat in dieser Woche versucht, sich mit einem Grippostad-Verkauf vorzudrängeln, hat dann aber doch noch kalte Füße gekriegt und heimlich storniert. Eigentlich geht es sogar einen Schritt zurück: Das Bienenprojekt in München hat ausgesummt. Aber niemand sollte sich der Illusion hingeben, Amazon habe das Apothekengeschäft abgeschrieben. Irgendwann wird der Onlineshop voll sein.

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