Amazon storniert, Stada entsetzt

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Berlin - Bei Amazon in München ging es dem Vernehmen nach hoch her. Der Verkauf von Grippostad Complex ist ein Verstoß gegen die Apothekenpflicht – und damit keine Kleinigkeit. Noch dazu saß der Hersteller Stada dem Internetriesen im Nacken, da sich bei ihm reihenweise Apotheker beschwerten. Still und heimlich nahm der Konzern das Angebot vom Netz.

Normalerweise informiert Amazon seine Kunden detailliert darüber, wann ihre Ware zugestellt wird. Selbst die Lieferung wird noch einmal per E-Mail bestätigt, sobald man den Karton in Empfang genommen hat. Ganz anders bei unserer Testbestellung: Per Mail wurde uns der Auftrag noch bestätigt: „Sobald wir das voraussichtliche Lieferdatum für diesen Artikel kennen, werden wir Sie per E-Mail benachrichtigen.“ Im Kundenkonto war die Bestellung mit dem Hinweis versehen: „Liefertermin ausstehend“.

Am Nachmittag war der Auftrag plötzlich aus der Bestellübersicht verschwunden. Wiederzufinden war er nach einiger Suche in einem Unterordner „Stornierte Bestellungen“. Keine Benachrichtigung, keine Erläuterung, keine Entschuldigung. Wenn wir wirklich krank gewesen wären, hätten wir ziemlich alt ausgesehen.

Bei Stada war man über den Vorgang entsetzt: Der Artikel hat laut einer Sprecherin zu vielen Nachfragen und Irritationen vonseiten der Kunden geführt, die der Hersteller gerne aufklären möchten: „Stada verkauft die genannten Produkte nicht an Amazon, sondern lediglich an stationäre Apotheken und offizielle Versandapotheken. Diese wiederum nutzen Amazon zum Teil als Vertriebskanal. Stada unterstützt dabei Produktverkäufe von Apotheken auf dem Amazon Marketplace durch Content-Optimierung. Stada versteht sich selbstverständlich als Partner der Apotheken und setzt sich nach wie vor für deren Unterstützung und Stärkung ein.“

 

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