Die verflixte siebte Dosis

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Berlin - In den Impfzentren in Nordrhein-Westfalen (NRW) sollen ab sofort sieben statt sechs Dosen Impfstoff aus einer Durchstechflasche entnommen werden. Die Verfahrensanweisung zur Rekonstitution sieht in der Tat ein sehr sparsames Vorgehen vor – möglicherweise sogar zu sparsam. Wird in NRW systematisch Impfstoff unterdosiert?

Beim Biontech-Impfstoff Comirnaty sah die Zulassung zunächst sogar nur die Entnahme von fünf Impfdosen à 0,3 ml vor. Da sich in der Praxis schnell herausstellte, dass sechs Entnahmen möglich sind, wurde die Zulassung – auch mit Blick auf die bestehenden Lieferengpässe – entsprechend angepasst.

NRW erlaubt nun – wenn es möglich ist – auch die Entnahme der siebten Dosis. Dass diese Option überhaupt besteht, liegt an der aktuellen Verfahrensanweisung des Ministeriums Arbeit, Gesundheit und Soziales (MAGS). Dort heißt es: „6x 0,3 ml des anwendungsfertigen Impfstoffes werden dann nacheinander in einem Arbeitsgang in jeweils eine 1 ml Spritze mittels einer 23 G-Kanüle aufgezogen. Beim Spritzenwechsel verbleibt die Aufziehkanüle im Septum des Impfstoff-Vials.“

Diese unterscheidet sich von der Anleitung, die beispielsweise für Sachsen von der Kassenärztlichen Vereinigung veröffentlicht wurde. In beiden Herstellanweisungen bleibt die Aufziehkanüle im Vial stecken. In Sachsen sollen Apotheker:innen und PTA nach dem Aufziehen von 0,3 ml aber zusätzlich etwas Luft aufziehen, in NRW wird direkt abgeschraubt. Im folgenden Schritt wird in beiden Anweisungen die Injektionskanüle aufgesteckt, mit der Arzt schließlich impft.

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