Apotheker fordert „Pooling“

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Berlin -

Die restlose Verwendung von vorhandenem Impfstoff, dasbefürworten Dr. Thomas Klose, Inhaber der Sonnenscheinapotheke in Koblenz und Dr. Martin Wolf, Apotheker bei Boehringer Ingelheim. „Es kann nicht sein, dass wir Impfstoff verwerfen, zu einem Zeitpunkt, an dem ein akuter Mangel herrscht.“ In der Praxis konnte er zeigen, dass die Entnahme einer siebten Dosis möglich ist. Und überall da, wo die letzte Entnahme nicht für 0,3 ml reicht, da würde er sich wünschen, dass die Apotheker:innen und Ärzt:innen unter entsprechenden aseptischen Bedingungen auffüllen dürfen.

Dr. Thomas Klose, Inhaber der Sonnenscheinapotheke in Koblenz und Dr. Martin Wolf, Apotheker bei Boehringer Ingelheim, wünschen sich die Freigabe des Poolings für Corona-Impfstoffe unter entsprechenden Reinraumbedingungen. „In der Praxis konnten wir zeigen, dass es oft möglich ist die siebte Dosis aus einem Comirnaty-Vial zu entnehmen. Und wenn es nicht möglich ist, so hat man doch einen beträchtlichen Rest, der eigentlich nicht verworfen werden sollte.“ Denn gerade jetzt sei es mehr als unverständlich, dass es zu Verwürfen kommt. Die pandemische Impfung sollte so schnell wie möglich voran gehen, so Klose.

Sein Lösungsvorschlag lautet „Pooling“. „Dadurch, dass wir Totvolumen-sparende Spritzen verwenden, haben wir auch nach der Entnahme der sechsten Dosis noch einen Rest im Vial. Dieser reicht vielleicht nicht für eine vollständige siebte Dosis aus, aber im nächsten Vial habe ich ja erneut einen Rest. Wenn es erlaubt werden würde, diese Überfüllungen der Vials zu nutzen, dann könnte man mehr Impfdosen generieren.“ Doch bislang ist das Mischen von Lösungen unterschiedlicher Impfstoffdosen untersagt. Das Land Rheinland-Pfalz hat zwar heute die Entnahme der siebten Dosis erlaubt, doch zum Thema Pooling heißt es: „Eine entnommene siebte Dosis muss vor Verabreichung vom Fachpersonal auf Vollständigkeit (0,3 ml) und Qualitätssicherheit (partikelfrei) überprüft werden. Impflösungen aus unterschiedlichen Vials dürfen keinesfalls vermischt werden.“

Dabei sei das Pooling keine neue Vorgehensweise: „Bei uns im Reinraum kommt es auch vor, dass mehrere Vials zusammen in einem Beutel landen. Wir sind doch sogar angehalten, so wenig Verwürfe wie möglich zu produzieren“, erklärt Klose. Bei einigen aseptischen Zubereitungen ist es auch nicht anders möglich – beispielsweise bei Infusionslösungen, die eine hohe Dosierung an Zytostatika benötigen und nur Vials mit wenig Gesamtdosis verfügbar sind, oder bei der Herstellung von parenteraler Ernährung. Einzige Voraussetzung: Es handelt sich um die gleiche Charge. „Im Impfzentrum und in der Arztpraxis handelt es sich im Normalfall stets um die gleiche Charge. Theoretisch könnte der Impfstoff also aus verschiedenen Durchstechflaschen zusammengeführt werden.

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