Das sind die Totvolumen-freien Spritzen

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Spritzen ohne Totvolumen
Berlin -

Fünf Dosen, sechs Dosen nach Neuzulassung, sieben Dosen mit speziellen Spritzen – die Diskussion um eventuell verworfenen Impfstoff ebbt nicht ab. NRW erlaubte die siebte Dosis, untersagte aber die Verwendung von Totvolumen-sparenden Spritzen. Die Spritzen, um die es geht, heißen Zero Residual und kommen aus Holland. Der Hersteller versichert, es gebe eine gute Erprobung. Nicht nur in Deutschland arbeite man mit Medizinern zusammen, um den Einsatz bei der pandemischen Impfung zu ermöglichen. In einem Video erläutert der Hersteller das Prinzip.

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„Unsere Spritzen wurden sehr erfolgreich mit dem Pfizer-Biontech-Impfstoff eingesetzt“, berichtet das junge Unternehmen. SJJ Solution, so der Name des Start-Ups, hat spezielle Totvolumen-freie Injektionsspritzen im Portfolio. Ursprünglich für die intravitreale Injektion von monoklonalen Antikörpern entwickelt, sollen die Spritzen jetzt bei der pandemischen Impfung helfen. Durch die Volumeneinsparung sei die Entnahme der siebten Dosis bei einer Durchstechflasche Comirnaty problemlos möglich.

Zahlreiche Untersuchungen – auch in Deutschland

„In den Niederlanden haben wir ein großes Pilotprojekt durchgeführt, um zu beweisen, dass die Spritzen für diesen Zweck geeignet sind. Über 30 Krankenhäuser und Pflege- sowie Altenheime nahmen am Projekt teil“, so das Unternehmen. Von Skepsis keine Spur: „Jeder Anwender erhielt leicht sieben Spritzen à 0,3 ml. Nach Erhalt der sieben Impfdosen befindet sich sogar noch ein Überschuss in der Durchstechflasche, sodass der Benutzer rein theoretisch eine weitere halbe Dosis, also 0,15 ml erhält.“

Auch in Deutschland habe man die Zusammenarbeit mit Medizinern gesucht, berichtet das Start-Up: „In Deutschland haben wir eng mit Dr. Hans Christian Meyer zusammengearbeitet.“ Der zuständige Impfarzt des rheinisch-bergischen Kreises ist durch die Verwendung der speziellen Spritzen in der Lage, sieben vollständig befüllte Impfdosen zu entnehmen. Bereits vor einer Woche sprach der Mediziner im Interview mit „Bild“ von einer um 15 Prozent höheren Ausbeute durch Verwendung der „Wunderspritze“. „Nach erfolgreichen Tests durch den Arzt selbst ist zusammen mit dem rheinisch-bergischen Kreis ein großes Pilotprojekt geplant worden“, berichtet der Spritzenhersteller. Nun bleibt Meyer nach eigenen Aussagen auf seinen 25.000 georderten Spritzen sitzen, denn das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen (MAGS) hat den Einsatz der Spritzen in den Impfzentren untersagt. „Zuerst erhielten sie dort die Genehmigung, doch nun möchte das Ministerium erst noch einmal einige Dinge überprüfen. Nach dem kurzen Start wurde die Verwendung letzten Freitag gestoppt.“

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