Pragmatisch vorgehen

Biontech: NRW entnimmt siebte Dosis

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Berlin -

Bei der Zulassung des Biontech-Impfstoffes sollten aus jedem Vial Comirnaty fünf Impfstoffdosen entnommen werden. Jede Durchstechflasche verfügt über einen gewissen Überschuss, sodass auch eine sechste Dosis ohne größere Probleme entnommen werden kann. Nordrhein-Westfalen erlaubt nun – wenn es möglich ist – auch die Entnahme der siebten Dosis.

Das Gesamtvolumen einer Durchstechflasche des Biontech-Imfpstoffes Comirnaty beträgt nach der Verdünnung 2,25 ml. Das Volumen einer Impfdosis beläuft sich auf 0,3 ml. Demnach enthält jedes Vial theoretisch sieben Impfdosen. Ursprünglich durften laut EU-Zulassung nur fünf Dosen entnommen werden. Der Rest war zu verwerfen. Um einen zu großen Verwurf zu vermeiden wurde Anfang Januar seitens der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) die Entnahme einer sechsten Dosis erlaubt. Die EMA hat der Änderung der Impfstoffzulassung von Biontech zugestimmt. Für Apotheker und PTA mit Reinraumerfahrung stellt die zusätzliche Entnahme keine Herausforderung dar. Für pharmazeutisches Personal, welches im Umgang mit solch kleinen Volumina nicht geschult ist, kann die sechste Entnahme unter Umständen etwas kniffelig werden. Und nun dürfen – zumindest in NRW – auch sieben Dosen entnommen werden.

Aus den Impfstoff-Fläschchen von Biontech kann in NRW auch eine mögliche siebte Dosis genutzt werden. „Wir sagen: Macht das pragmatisch“, sagte ein Sprecher des NRW-Gesundheitsministeriums. Voraussetzung sei, dass aus dem jeweiligen Fläschchen eine volle siebte Einzeldosis von 0,3 Millilitern entnommen werden könne. Dagegen bestünden keine Bedenken. Nicht passieren dürfe, dass aus verschiedenen Fläschchen Impfstoff vermischt werde. Das Landesministerium geht weiter davon aus, dass in der Regel sechs Impfdosen pro Fläschchen enthalten sind, weil die Zulassung diese Anzahl vorsieht. Zuvor hatte der „Kölner Stadt-Anzeiger“ berichtet, dass die siebte Dosis genutzt werden kann.

Rein theoretisch müssten auch bei der Entnahme von sieben Dosen noch 0,15 ml im Vial verbleiben. Apotheker und PTA mit Sterilerfahrung wissen, dass dies kaum der Fall sein wird, da es bei der Anzahl an Konnektionsschritten stets zu Verlusten kommt. Selbst bei sehr akkuratem Aufziehen darf nicht vergessen werden, dass es sich bei den verwendeten Spritzen und Kanülen um Cent-Artikel handelt, die nie 100-prozentig genau sind. Minimale Abweichungen beim Befüllen können dazu führen, dass die siebte Spritze nicht ohne Weiteres befüllt werden kann.

 

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