Gehe/Alliance: EU-Kommission glaubt Apothekern nicht

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Berlin - Mit dem Zusammenschluss von Gehe und Alliance Healthcare Deutschland (AHD) wurden die Karten im Pharmagroßhandel neu gemischt. Die EU-Kommission winkte den Deal durch, obwohl Apotheker und Mitbewerber vor den Folgen warnten. Doch die Behörde in Brüssel ist der Überzeugung, dass die Kunden durchaus in der Lage sind, dem neuen Branchenprimus Paroli zu bieten.

Gehe/AHD hatten in ihrem Antrag ausführlich dargelegt, warum der Zusammenschluss den Wettbewerb nicht behindert. So gebe es schon aufgrund der geringen Margen, die gesetzlich festgelegt seien, einen intensiven Wettbewerb unter den Anbietern mit dem Ziel, die vorhandenen Kapazitäten möglichst effektiv auszunutzen und Kosten zu senken. Beide Unternehmen seien nicht als besonders enge Wettbewerber anzusehen, da Großhändler zum größten Teil ähnliche Leistungen anböten.

Der Marktanteil alleine sage auch gar nichts aus über die tatsächliche Durchschlagskraft am Markt. Auch nach dem Zusammenschluss gebe es starke Wettbewerber. Hinzu komme, dass selbst einzelne Apotheken eine starke Verhandlungsposition gegenüber dem Großhandel hätten, da sie schnell und ohne zusätzliche Kosten ihre Bestellungen an einen anderen Lieferanten umleiten könnten. Unterstützt würden sie durch Berater wie Abakus, Aposanitas oder Vitaplus, die gute Marktkenntnis hätten und wüssten, was die besten Konditionen sind. Einkaufsgemeinschaften könnten aufgrund ihres Bestellvolumens ohnehin zusätzliche Rabatte verlangen.

Konkurrenz auf Kundenjagd

Die EU-Kommission hat sich mit dem Marktgeschehen intensiv auseinandergesetzt und auch Wettbewerber und Apotheken zum geplanten Zusammenschluss befragt. Diese hätten zwar überwiegend angegeben, dass Gehe/AHD ihre Marktmacht deutlich ausbauen könnten. Allerdings habe es unter den Konkurrenten auch Stimmen gegeben, die darauf setzen, eine gewisse Anzahl an Kunden abwerben zu können – zumal die Apotheken sonst, wie die Kommission feststellt, ihre Lieferanten eher selten wechseln.

Entsprechend sei nicht mit steigenden, sondern mit sinkenden Preisen für die Apotheken zu rechnen. Auch was die Services angeht, etwa die Lieferfrequenz, rechnet die Kommission aus diesen Erwägungen nicht mit negativen Folgen. Absprachen der Großhändler seien angesichts der Wettbewerbsintensität ebenfalls nicht zu erwarten.

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