Fusion erst Ende 2021

Gehe/Alliance-Deal: McKesson schreibt Millionen ab Patrick Hollstein, 02.06.2020 10:28 Uhr

Berlin - Die Fusion von Gehe und Alliance Healthcare Deutschland (AHD) stellt den deutschen Großhandelsmarkt auf den Kopf. Seit der Ankündigung kurz vor Weihnachten hat es keine neuen Informationen dazu gegeben, auch die Belegschaft tappt im Dunkeln. Doch hinter den Kulissen laufen die Vorbereitungen: McKesson hat jetzt wegen des Deals einen dreistelligen Millionenbetrag abgeschrieben.

Die US-Mutterkonzerne McKesson und Walgreens Boots Alliance (WBA) rechnen damit, dass der Deal im zweiten Halbjahr 2021 über die Bühne geht. Ein Sprecher von McKesson verweist darauf, dass die Fusion unter dem Vorbehalt der Zustimmung der Wettbewerbsbehörden steht. Beim Bundeskartellamt ist bislang kein Antrag in Bearbeitung – die erforderlichen Unterlagen könnten aber bald vorgelegt werden: Laut Konzernsprecher dauert es nach der Ankündigung bis zu sechs Monate, bis alle Details der Vereinbarung ausgearbeitet sind – Ende Juni müsste das Konzept also stehen.

Grundlage für den Zusammenschluss ist das sogenannte „Contribution Agreement“ vom 12. Dezember 2019. Da es sich laut McKesson nicht um eine bedeutende strategische Neuausrichtung des Geschäftsmodells handelt, wird die Vereinbarung wohl auch im weiteren Prozess nicht öffentlich gemacht. Auch bei WBA weist man darauf hin, dass die vertraglichen Regelungen vertraulich sind.

Nur so viel ist bislang bekannt: McKesson wird an dem Joint Venture, dessen künftiger Name bislang genauso unbekannt ist wie das Management, der Hauptsitz oder das Niederlassungsnetz, nur einen Anteil von 30 Prozent haben. Was Walgreens-Chef Stefano Pessina im Gegenzug anbietet – immerhin hat Gehe mehr Umsatz und ist auch strukturell besser aufgestellt – war bislang nicht zu erfahren.

Weil das Gemeinschaftsunternehmen bei McKesson damit künftig nur noch als Minderheitsbeteiligung ausgewiesen wird, musste der Konzern sein deutsches Geschäft im Vorfeld einer Werthaltigkeitsprüfung unterziehen. Im Ergebnis mussten 275 Millionen Dollar abgeschrieben werden, was rund einem Viertel des Firmenwerts entspricht. Zur Erinnerung: McKesson hatte den Stuttgarter Pharmahandelskonzern mit seinem gesamten Europageschäft im Herbst 2013 im zweiten Anlauf für 6,1 Milliarden Dollar gekauft. Beim Bundesgerichtshof (BGH) sind nach wie vor Klagen mehrerer Hedgefonds gegen die Höhe der Abfindung anhängig.

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