Bericht: Phoenix will Celesio-Erbe übernehmen

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Berlin - McKesson prüft Insidern zufolge den Verkauf seines Europageschäfts an Phoenix. Damit würde der US-Pharmahändler seinen rund 8,3 Milliarden US-Dollar schweren Kauf der deutschen Celesio im Jahr 2014 wieder rückgängig machen, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg am Dienstagabend unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen.

Deutschlands größter Pharmahändler Phoenix, wiederum im Besitz der Milliardärsfamilie Merckle, führe Gespräche, um das kontinentaleuropäische Geschäft der Amerikaner zu übernehmen, hieß es weiter. Zudem befinde sich das McKesson-Management in Gesprächen mit einer Investmentfirma. Dabei gehe es um den Verkauf des britischen Geschäfts, zu dem die Apothekenkette Lloydspharmacy und der Pharmagroßhändler AAH gehören. McKesson mit Sitz in Irving im US-Bundesstaat Texas arbeite mit Beratern an den Transaktionen, hieß es weiter.

Die Gespräche sind der Agentur zufolge zwar fortgeschritten, eine Transaktion sei aber nicht sicher oder könnte verschoben werden. Ein Sprecher von McKesson wollte den Bericht nicht bestätigen. Auch eine Sprecherin von Phoenix wollte sich dazu nicht äußern.

Nach Berechnungen eines Bloomberg-Analysten könnte sich McKesson womöglich aber mit einem deutlich niedrigeren Verkaufspreis zufrieden geben müssen: Gemessen an den 6,5 Milliarden Dollar, die der Konkurrent AmerisourceBergen (ASB) zuletzt für das Europageschäft des Pharmahändlers Walgreens Boots Alliance (WBA) gezahlt hatte, seien McKessons Geschäfte in Großbritannien und auf dem europäischen Kontinent etwa 3 bis 4 Milliarden Dollar wert, hieß es in dem Bericht, da sie im Vergleich weniger profitabel seien.

McKesson hatte in einem ersten Schritt im vergangenen Jahr seinen deutschen Großhändler Gehe in ein Gemeinschaftsunternehmen mit Alliance Healthcare eingebracht. Dabei hält WBA 70 Prozent, der Rest gehört McKesson.

Aktivitäten gibt es auch in Ländern wie Frankreich, Portugal, Belgien, Italien, Irland, Österreich, Dänemark und Norwegen. Das Geschäft in den Niederlanden läuft bereits in einem Joint Venture mit Phoenix, die Aktivitäten in Tschechien hatte Celesio vor einigen Jahren verkauft.

Mit dem Verkauf des Europageschäfts würde sich McKesson stärker auf das US-Geschäft fokussieren, wo der Konzern neben ASB und Cardinal Health zu den drei größten Arzneimittelhändlern gehört. McKesson spielt bei der Verteilung von Covid-19 Impfstoffen auf dem Heimatmarkt eine Schlüsselrolle. Die Lieferung von Impfstoffen und anderen Hilfsmitteln zur Bekämpfung des Virus würde 2021 zu mehr Gewinn führen, wie das Unternehmen Anfang des Jahres mitteilte.

Die Aktien von McKesson legten in den vergangenen zwölf Monaten um 22 Prozent zu. An der Börse ist das Unternehmen mit etwa 29 Milliarden Dollar bewertet.

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