Gehe/Alliance: Schreiner weg, Belegschaft in Sorge

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Berlin - Bei Gehe/Alliance werden jetzt Fakten geschaffen. Die Fusion der beiden Großhändler wurde zum 1. November vollzogen, die beiden Mutterkonzerne feiern den Zusammenschluss mit blumigen Worten. Doch in der Belegschaft ist die Sorge groß.

Am Freitag wurde bei Gehe in einer bundesweiten Telefonkonferenz über den Start des Joint Ventures zum 1. November informiert; viele Mitarbeiter haben erst heute früh davon erfahren. Man wolle das Beste aus beiden Unternehmen zusammenbringen, so die Botschaft. Einen fließenden Übergang soll es geben, um weder Kunden noch Mitarbeiter zu verprellen. Vorerst sollen Gehe und Alliance Healthcare Deutschland (AHD) parallel laufen, das Bild von MediaMarkt und Saturn wurde schon in den vergangenen Wochen bemüht. Dass Geschäftsführer Peter Schreiner von Bord geht, ist allerdings ein klares Zeichen, dass auf alte Strukturen keine Rücksicht genommen wird. Auch Finanzchef Holger Landauer ist weg, er ist zurück auf Konzernebene zu McKesson gewechselt.

Bei AHD wurden die Mitarbeiter nach Unternehmensangaben zeitgleich informiert. Ein Insider, der namentlich nicht genannt werden will, schildert das Ganze so: „Erst mit einem nichtssagenden Schreiben, dann mit einer Videobotschaft von Ornella Barra, in der sie sich selbst und dem amerkanischen Konzern huldigt und ihre Karriere neben die der langjährigen deutschen Großhandelsunternehmen stellt.“ Nur Deutschlandchefin Aline Seifert habe sie gedankt, aber ansonsten kein Wort an die Mitarbeiter gerichtet. Danach habe es noch einige nichtssagende Mails der Geschäftsleitung gegeben.

In der Belegschaft von AHD fühlt man sich nicht ausreichend in Kenntnis gesetzt. Der Betriebsrat versuche seit Monaten, Details über die unternehmerischen Absichten zu erfahren. Aber Anfragen seien blockiert und ignoriert worden, sagt der Mitarbeiter. „Die Kommunikation der AHD setzt sowieso in allen Bereichen auf Verschweigen und Vernebeln“, so seine Meinung. Auch wenn die Kommunikation als das wichtigste Gut bezeichnet werde, sei die Realität von einer durch Angst und Unterwürfigkeit gegenüber der amerikanischen Unternehmensleitung geprägt. „Offensichtlich haben alle Führungsebenen gehörigen Respekt vor Ornella Barra und arbeitet nur noch nach strikten Vorgaben und Anweisungen. Solange es kein Go aus Amerika gibt, steckt man den Kopf in den Sand und stellt sich taub.“

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