Gehe/Alliance: Abschied von der blauen Wanne

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Berlin - Wie geht es weiter bei Alliance/Gehe? Diese Frage treibt nicht nur die Mitarbeiter der beiden Großhändler um, sondern auch Lieferanten, Mitbewerber und Apotheker. Solange das Kartellamt kein grünes Licht gegeben hat, wird von offizieller Seite nichts über die weiteren Pläne verraten. Doch es deutet viel darauf hin, dass die blaue Wanne bald verschwinden könnte.

Die beiden US-Mutterkonzerne Walgreens Boots Alliance (WBA) und McKesson wollen ihre deutschen Großhandelsaktivitäten in ein Joint Venture einbringen, in dem Anteile 70:30 verteilt sind. Die Fusion solle die Wettbewerbsfähigkeit stärken, die Qualität sichern und Skaleneffekte im deutschen Pharmagroßhandel ermöglichen, hieß es. Mehr Verlautbarungen zum Deal gab es offiziell nicht.

Unter welchem Namen und wessen Führung das Gemeinschaftsunternehmen auftreten soll, wird genauso wenig verraten wie Details dazu, wo es seinen Hauptsitz haben wird und welche Niederlassungen dem Rotstift zum Opfer fallen sollen. Die Geheimhaltung soll nicht nur den Eindruck zerstreuen, dass der Entscheidung des Kartellamts vorgegriffen wird, sondern auch Verunsicherung in der Belegschaft vorbeugen – wobei derzeit eher das Gegenteil der Fall ist.

Am Mittwoch wurde der Aufsichtsrat von Gehe informiert, am Tag darauf die Belegschaft. In Frankfurt trat sogar Ornella Barra vor die leitenden Mitarbeiter; die Großhandelschefin des Mutterkonzerns war eigens eingeflogen, um ein Zeichen der Stärke ins Team zu senden. Details wurden allerdings auch hier nicht verraten.

Dass Walgreens bei dem Deal den Hut auf hat, liegt auf der Hand: Obwohl Alliance den geringeren Marktanteil hat (13 vs. 15,5 Prozent), übernimmt der US-Mutterkonzern eine deutliche Mehrheit am Joint Venture. Da dem Beteiligungsverhältnis also nicht die Firmenwerte zugrunde liegen, ist davon auszugehen, dass Walgreens-CEO Stefano Pessina sich die zusätzlichen Anteile aus strategischen Erwägungen gesichert hat und dafür bezahlen wird.

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